Print 
Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel.
Place and Date of Creation
Page
197
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

I. Kaiser Wilhelmsland.

197

Einwirkung des Meeres und die bedeutenden Bodenerhebungen vorteilhaft beeinflußt wird. Der wärmste Monat ist der Februar mit einer mittleren Temperatur von etwa 27 o, der kälteste der Juni mit 25Mit steigender Höhenlage erleiden indessen diese Temperaturen einen schnellen Abfall. Der Negenfall ist reichlich, besonders in dem Küstenstrich zwischen Kap König Wilhelm bis Kap Croisilles. Eine eigentliche Trockenzeit fehlt; es regnet in allen Monaten. Die Zahl der Regentage und die Menge des Negenfalles wechseln indessen in den verschiedenen Gegenden. Gewitter sind weder zahlreich noch stark. Orkane scheinen nicht vorzukommen. Auch Stürme sind selten und wenig heftig. Vorn Mai bis zum Novem­ber weht der Südostpassat, während die andere Hälfte des Jahres Nord­westwinde ausweist. Beide bringen Regen und bedingen daher das er­wähnte Fehlen einer Trockenzeit.

Das gleichmäßig fenchtwarme Klima ist der Gesundheit des Euro­päers irr vieler Beziehung nachteilig. Fieber und Dysenterie sind be­sonders irr der Zeit des Nordwestmonsuns häufig und treten mit großer Heftigkeit auf. Auch Influenza kommt mitunter vor. An allen diesen Übeln haben auch die Eingeborenen in gleicher Weise zu leiden. Dazu kommen die Nachteile, die durch das Aufwühlen des Urwaldbodens bei der Anlage von Niederlassungen und Pflanzungen für die Gesundheit ent­stehen, und die sich naturgemäß gerade in der ersten Zeit der Erschließung besonders stark bemerkbar machen mußten.

Pflanzen- und Tierwelt.

Die Vegetationsdecke ist infolge der reichlichen Bewässerung, des fruchtbaren Bodens und der gleichmäßigen Wärme üppig und kraftvoll. Sie zeigt eine große Zahl einheimischer Arten. Die Küste wird teilweise voll einem Mangrovegürtel eingefaßt. In den Niederungen, besonders an den Flüssen, finden sich stellenweise weite Grasfluren von Alang-Alang (imperatu urunäinuesa), die der Entwicklung anderer Pflanzenarten hinderlich und daher wirtschafltich von geringem Wert sind. Der weitaus größte Teil des Schutzgebietes aber, und zwar Gebirge wie Tief­land, sind von tropischem Urwald bedeckt, der aus den verschiedensten Laubholzarteil zusammengesetzt ist. Unter ihnen die Arekapalme, die Kokospalme, die Sagopalme, der Brotfruchtbaum, Baniaucn, Pandaugs und allerlei wertvolle Bau-, Nutz- und Farbhölzer, daneben Bambus­gewächse, wildes Zuckerrohr, Gummilianen und Baumfarne bemerkenswert.

Im Gegensatz dazu ist das Tierleben schwach entwickelt. Raubtiere und Affen fehlen gänzlich. Auch sonst sind die Säugetiere nur durch wenige kleinere Arten, wie Beuteltiere, Känguruhs, Beutelbären, Ameisen- igel, fliegende Hunde, vertreten. Schweine und Hunde sind eingeführt und zum Teil verwildert. Die Vogelfauna läßt viele Gattungen, wie