Part 
Teil 5 (1915) Die deutschen Kolonisten im brasilianischen Staate Espirito Santo / von Ernst Wagemann
Place and Date of Creation
Page
20
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

20

Dr. Ernst Wagemann.

Freilich hat die Schuldenlast nicht abgenommen. Sie betrug am 23. Mai 1912: 39,2 Mllionen Franken, und zwar setzte sie sich wie

folgt zusammen 26:

auswärtige Schuld . . . 29,5 Millionen Franken, innere Schuld .... 9,4

schwebende Schuld usw. . 0,3

39,2 Millionen Franken.

Neben den Staatseinnahmen sind die Munizipaleinnahmen in Betracht zu ziehen, die hauptsächlich aus Gewerbesteuern fließen, unter denen die Vendensteuer die wichtigste ist2^. Die Einnahmen der be­deutendsten Munizipien waren im Jahre 1911 die folgenden^:

Victoria.

257 000 Milreis,

Cachoeiro d'Jtapimirim.

90 000

Santa Leopoldina . . .

47 000

Santa Teresa ....

28 000

Santa Jzabel ....

21000

5. Allgemeines.

Im ganzen sind die staatlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse von Espirito Santo derart, daß sie von der entnervenden Einwirkung des tropischen Klimas Zeugnis abzulegen scheinen. Zwar ist ja auf manchen Gebieten des wirtschaftlichen Lebens eine aufsteigende Ent­wicklung zu beobachten, doch lassen sich diese Fortschritte in allen Fällen auf fremden Einfluß zurückführen. Die Eisenbahnen sind von engli­schen Unternehmern gebaut, die Kreditinstitute von englischen und französischen Kapitalisten errichtet worden, und die landwirtschaftliche Produktion verdankt hauptsächlich der deutschen und italienischen Ein­wanderung ihren Aufschwung. Die große Masse der einheimischen Be­völkerung aber lebt nach wie vor in den primitivsten Verhältnissen träge dahin. Sie produziert nur wenig für den Markt und begnügt sich mit einer denkbar niedrigen Lebenshaltung. Man übertreibt kaum mit der Behauprung, daß irgendein Naturvolk, das in festem Stammes-

26 ^.nnrmli-6 än Lräsil, S. 672.

2? UsAnlarnsuto xara a, oobran^a, äos impostos nrnnioipass. Santa Jzabel. Victoria 1905.

28 Bericht des Präsidenten von 1912.