Erstes Kapitel.
Espirito Santo.
1. Das Land*.
Espirito Santo ist sowohl seiner Vvlkszahl wie seinem Flächeninhalt nach einer der kleinsten brasilianischen Staaten. Bei seiner Lage zwischen den großen Staaten Bahia, Rio de Janeiro und Minas Geraes scheint er mehr einer Laune der Geschichte als irgendwelcher Notwendigkeit sein Dasein zu verdanken.
Sein Gebiet bildet einen 400 1cm langen und nicht viel mehr als 100 üm breiten Streifen, der sich von 180 5' bis 210 28' südlicher Breite am Ostrande der großen brasilianischen Hochebene hinzieht, an den Hängen der Serra dos Ahmorss und ihrer südlichen Fortsetzungen, der Serra do EpigZo und der Serra da Chibata.
Wir haben es mit einem vorwiegend bergigen, von unzähligen Wasserläufen zerrissenen, dicht bewaldeten Lande zu tun, das sich im Norden nach der Küste ziemlich gleichmäßig abdacht und sich im Süden noch zu einzelnen bis zu 1400 m ansteigenden Ketten erhebt. Ausgesprochenes Flachland ist nur der ziemlich schmale Küstenstrich. Tiefer landeinwärts erstreckt sich die Ebene nördlich vom 20. Breitengrad, insbesondere am Unterlauf des Rio Doce, wo sich ein großes mit Seen und Sümpfen bedecktes Gebiet ausbreitet.
Der Rio Doce, der in Minas entspringt, in großen Katarakten die Serra dos Ahmorss durchbricht und Espirito Santo etwa in der Mitte durchschneidet, ist der größte Strom dieses Landes. Er ist bis nahe an die Grenze von Minas, jedoch mit Schwierigkeiten, schiffbar. Schiffbar sind ferner die im Süden gelegenen Küstenflüsse Santa Maria und Jtapimirim; allerdings nur im Unterlauf und ohnehin nur für kleine Fahrzeuge. Der Wasserreichtum des Landes kommt dem Verkehr somit wenig zugute.
* iUs-ppg. lopoArLpbioo äu Uroviuoia äc> H8pirito 8auto. — Marques, S. 59 ff. — ^.uvuslrs äu Urs8i1, S. 658 ff. — Sievers, S. 207 ff. — Walle, S. 1 ff.