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Es werden eine Anzahl Bewohner der Kvnwren, die sich auf die Gewinnung der Kokosfasern verstehen, engagiert, für Rechnung der Regierung etwa 3—4 Jahre lang dies Geschäft an verschiedenen Küsten- plätzen zu betreiben. Die Stationsbeamten hätten darauf zu sehen, daß seitens der Eingeborenen ihnen — natürlich gegen Bezahlung — genügendes Rohmaterial angeboten würde und hätten eine Anzahl von Eingeborenen den Kornorensern als Lehrlinge zuzuordnen. Nach Ablauf der Kontraktszeit würde ihnen die Einrichtung einer selbständigen Werkstätte nach Möglichkeit erleichert und die Lehrlinge ermuntert werden, gleiches zu thun. Ginge man auf diese Weise vor, so würde sicherlich die staatliche Thätigkeit auf eigene Rechnung bald überflüssig werden und das ganze Gewerbe könnte der privaten Arbeit von Eingeborenen und eingewanderten Kvmorensern überlassen bleiben. Da nach Deckung des einheimischen Bedarfs an Kokosstricken sicherlich — namentlich nach Durchführung des Produktionszwanges — auch große Mengen des neuen Produktes zur Ausfuhr gelangen würden, so würde sich in der Verzollung dieser Waaren dem Reiche auch eine neue Einnahmequelle eröffnen.
o. .Kolonisation im grossen Stil.
Allein ich glaube, mit diesen vorbereitenden Arbeiten sollte die produktive Thätigkeit des Reichs nicht erschöpft sein. Wollen wir aus unseren Kolonieen in absehbarer Zeit einen wirklich erheblichen Nutzen ziehen, so muß eine Kolonisation im großen Stil inaugurirt werden. Es muß der Handel ins Innere mit den Hülfsmitteln der Kultur in Angriff genommen, es muß eine Kette wirthschöstlicher Stationen an den Handelswegen angelegt, es müssen großartige Bewässerungsanlagen geschaffen und es muß jeder Theil der von den Handelskarawanen zu durchziehenden Gebiete gemäß seiner Eigenheit der Kultur unterworfen werden. Daran wird sich aber, wie die Verhältnisse in unserem deutschen Vaterlande nun einmal liegen, das private Kapital ohne energische Mitwirkung der Regierung nicht heranwagen.
Aus diesen Gründen würde ich die Gründung eines Unternehmens am geeignetsten halten, welches nach Art der deutschen Reichsbank organisirt wäre. Das Reich würde die gesammte Leitung unter Gestattung der finanziellen Kontrolle durch die Privataktionäre übernehmen und sich außerdem durch Einbringung des zu bewirthschaftenden Territoriums gegen Gewährung von Gewinnantheilen an der Kapitalsbildung be- theiligen. Durch eine solche Ordnung der Dinge wäre der Kolonial- verwaltung die Gelegenheit gegeben, zu gleicher Zeit kolonisationStechnische und kolonialpolitische Fragen zu lösen und durch diese doppelseitige Thätigkeit wahrhaft großartige Erfolge in der Knltivirnng von Deutsch- Ostafrika und in der Nutzbarmachung dieser kulturellen Errungenschaften für die Wohlfahrt und Größe des deutschen Volkes zu erzielen.