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Tangaland und die Kolonisation Deutsch-Ostafrikas : Thatsachen und Vorschläge / von Karl Kaerger
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den Mkulumusi bei Malianga in Betracht und nur einige hügelige Erhebungen würden etwas mehr Arbeit verursachen. Zu den Arbeiten an dieser Straße, die durchweg an bewohnte Ortschaften stoßen würde, müßten diese selbstverständlich unentgeltliche Arbeitskräfte stellen, eine Forderung, die so in der Natur der Sache liegt, daß sie, meiner Ueber­zeugung nach, bei den Eingeborenen selbst anf keinerlei Widerwillen stoßen würde. Auch der Unterhalt der Straße müßte ihnen zur Pflicht und die Majnmbe der durch die Straße verbundenen Dörfer für deren Erfüllung verantwortlich gemacht werden.

Außer dieser durchaus nothwendigen Vorarbeit wäre eine andere, wenn sie ohne große Kosten bewerkstelligt werden könnte, ganz nützlich; das ist die Feststellung der Eigentumsverhältnisse in den von der Straße berührten Dörfern, durch die der Inbesitznahme des herrenlosen Landes durch die Europäer am besten vorgearbeitet und späteren Grenz- streitigkeiten vorgebeugt werden könnte. Mit dieser Arbeit könnte leicht eine andere wichtige Erhebung verbunden werden, nämlich die Fest­stellung der in jeden: Dorf vorhandenen Anzahl der arbeitsfähigen Männer, Frauen und Kinder. Die Einzelvermessnng des herrenlosen Landes zum Verkauf an Europäer brauchte dagegen wohl erst im Falle der eingetretenen Nachfrage zu erfolgen, doch dürfte es auf die Erzeugung einer solchen von allergrößtem Einfluß sein, wenn wenigstens eine einigermaßen genaue Abschätzung des für den Plantagenbau zur Ver­fügung stehenden herrenlosen Landes sowie Erkundigungen bei den Ein­geborenen darüber erfolgten, in wie weit und unter welchen Bedingungen sie geneigt wären, ihr Land an Europäer zu verkaufen. Würden die Ergebnisse aller dieser aus Land und Leute sich beziehenden Arbeiten zugleich mit Bodenanalysen und sonstigen exakten naturwissenschaftlichen Mittheilungen veröffentlicht werden, so müßte es wunderbar zugehen, wenn hierdurch nicht einige unternehmende Kapitalisten sich zur Inan­griffnahme des Kaffeebaues in Bvndei entschlössen.

5. Eigene produkkine Thätigkeit des Keichrs. a. Errichtung einer landwirtlychaftlichen Anstalt.

Die landwirthschaftliche Produktion deutscher Unternehmer würde vielleicht durch nichts in so unmittelbarer Weise gefördert werden, als durch Einrichtung einer staatlichen Anstalt, welche zugleich als wissen­schaftliche Versuchsanstalt, als Versuchsplautage und als Musterbetrieb diente.

Der Ort für eine solche Anstalt kann gar nicht fraglich sein. Sie muß dort gegründet werden, wo in den nächsten Zeiten die meiste Aussicht auf Inangriffnahme des Plantagenbaues vorhanden ist, also in Bvndei, und zwar selbstverständlich an einer Station der künftigen Bahn. Ich kann aus diesem Grunde nur rathen, dieselbe in Malianga anzulegen, welches die denkbar größten Vorzüge bietet. Künftige Eisen­bahnstation, liegt der Ort am Mkulumusi und zwar an einer Stelle, wo in Folge eines kleinen Wasserfalls eine natürliche Betriebskraft für Bewegung landwirtschaftlicher Maschinen und für eine Wasserleitung mittelst hydraulischen Widders gegeben ist. Die Umgebungen des Ortes eignen sich vortrefflich zum Kaffeebau und seine Lage innerhalb