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mäßig große zu sein brauchte. Wie vorzüglich solche Überschwemmungen durch den Absatz seiner Schlammtheilchen auf den Boden'auch hinsichtlich der Erhöhung seiner Fruchtbarkeit wirken müßten, leuchtet von selbst ein. Nicht nur die Quantität und Qualität der Kakaoernten würde auf diese Weise in ungeheurem Umfange gesteigert werden, sondern vor allem würde auch die Möglichkeit gegeben sein, die Kakaokultur in diesem Thale ohne jedwede Unterbrechung und ohne jede Zufuhr von Dünger fort und fort zu betreiben, da die fortwährend von dem umgebenden Berge herab- geschwemmten Erdtheilchen den dauerden Ersatz der dem Boden entnommenen Nährstoffe beschaffen würden. Ich glaube kaum, daß irgend eine größere Kapitalanlage in Deutsch-Ostafrika eine so sichere Aussicht auf erhebliche Gewinne bietet, wie die Errichtung von Thalsperren im Luengerathal.
Auch die Bewässerung des Panganithals würde die Kultivirbarkeit derselben ungeheuer steigern. Allerdings ist weder das für Sigi und Mkulumusi vorgeschlagene System hier anwendbar, weil es an den meisten Stellen an Terrainwellen fehlt, auf die das Wasser zur nachherigen Ver- theilung geleitet werden könnte, noch das der Thalsperren, weil der Pangaui hierfür ein zu breites, tiefes und reißendes Gewässer ist. Hier dürfte also wohl nur das Durchfurchen der Thalsohle mit Kanälen, in die das Wasser durch Schöpfräder geleitet wird, am Platze sein.
Die Nyika im Norden des Landes böte sowohl zur Anbringung von Sammelbassins wie zur Aufführung von Kanälen gute Gelegenheit. Die Bewässerung hätte sich hier zunächst an die Punkte anzuschließen, an denen die Usambaragewässer, vor allen der Umba selbst, aus den Gebirgen treten, und würde hier das schon durch die Eingeborenen geschaffene Kulturland allmählich immer mehr in die Steppe hinein zu erweitern haben. Möglicher Weise muß hier allerdings um die starke Wasserverdunstung vorzubeugen, zu dem etwas kostspieligen System verdeckter Gräben gegriffen werden. Vielleicht kann man auch durch Brunnengrabung hier Erfolge erzielen, da sicherlich ein großer Theil des aus Umsambara kommenden Wassers in tiefere Schichten der Nyika versickert.
Ist die Bewässerung der Steppe in ausreichendem Maaße gelungen, so könnte mit der Kultur der Dattelpalmen daselbst ein Versuch gemacht werden, welche bekanntlich nach einem alten Ausspruch: „Das Haupt im Feuer, aber die Wurzeln im Wasser baden will".
e. Gewerbe.
Eine der vielen seit Jahrhunderten in der Kolonisationstheorie eingebürgerten Dogmen ist der Glaube, es sei unter allen Umständen volks- wirthschaftlich verwerflich, wenn in den Kolonien irgend welche Gewerbe getrieben würden. In früheren Zeiten hat diese Theorie vielfach dazu geführt, entweder jede gewerbliche Thätigkeit oder gewisse Gewerbe — insbesondere die Zuckerraffinerie — in den Kolonien ganz zu verbieten oder durch hohe Eingangszölle auf die Einfuhr des Gewerbeprodukts sehr zu erschweren. Sie ist aber nur dann richtig, wenn die Interessen der Kolonie als mit denen des Mutterlandes auseinanderfaltend erachtet werden und man als Ziel der mutterländischen Kolonialpolitik lediglich die Ausbeutung der Kolonie durch das Mutterland ansieht und daher