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durch das Klima oder aus anderer: persönlichen Gründer: genöthigt wird, sein von ihm geschaffenes Besitzthum zu verlasse:: und er keinen Verwandten oder Gesellschafter hat, der das Begonnene fortzuführen im Stande ist. Er wird dann genöthigt, sich des wichtigsten wirthschaft- lichen Vorzugs der Einzelwirthschaft vor der gesellschaftlicher: zu begebe:: und einen Beamten mit der Leitung der Geschäfte zu betrauen. Leben dageger: schon eine ganze Reihe von Kolonisten in: Lande und ist man durch deren Thätigkeit allmählich zur Erkenntnis gelangt, was ein Besitzthum von bestimmter Beschaffenheit in der Kolonie einbringt, so wird es ihm verhältnismäßig leicht sein, einen Käufer für sein Grundstück oder seine gewerblichen Einrichtungen zu finden und das auf dasselbe verwandte Kapital je nach der: wirthschaftlicher: Verhältnissen zum Theil, ganz oder mit Ueberschuß wieder herauszuziehen.
Ganz verkehrt ist es aber anzunehmen, daß die Eigerrwirthschaft sich für Ostasrika überhaupt nicht eigene. Hat der Eigenmann genügendes Kapital und hat er durch vorherigen Aufenthalt an Ort und Stelle — vielleicht als Beamter einer Gesellschaft — die Einwirkung des Klimas auf seine Cvnstitutivn und die Verhältnisse des Landes überhaupt kennen gelernt, so wird er sicherlich bessere Geschäfte machen, als die Gesellschaften. Die schwierige Arbeit der erster: Pioniere wird, falls überhaupt nur Nachschub erfolgt, dar::: meist durch der: Vorsprnng, der: sie vor diesen in wirthschaftlicher Beziehung haben, wiedervergolten. Man sehe sich doch in anderen Tropenkolonien um, ob etwa mehr Produkte durch Gesellschafter: und nicht vielmehr durch Einzelmünner gewonnen werde::. Ausnahmen wie beispielsweise die Tabacksplantagen vor: Sumatra komme:: ja vor, sind aber wegen der ganz besonderer: dort herrschender: Verhältnisse nicht allgemein maßgebend.
1). Landwirthschaft.
1. Die anzubauenden Kulturpflanzen.
Zur Entscheidung der Frage, welche Kulturen irr: einzelnen für Ostafrika, und irr: besonderer: für Tangaland, als der:: zunächst in Betracht kommenden Gebiet für die drittstnfige Kolonisationsthätigkeit anzuempfehlen sind, möchte ich zuvörderst drei allgemeine Grundsätze, die aus der Eigenart unserer Kolonie entspringe::, hervorheben.
Erstens muß der Idee entgegengetreten werden, als ob wir eine der kolonialer: Kulturpflanzen zur ausschließlicher: oder fast ausschließlichen Beherrscherin der Kolonie zu machen hätte::. Es sind hier garnicht die Nachtheile und Vortheile der einseitiger: Kultur in Tropengebieter:, insbesondere die Gefahr einer totalen Mißernte bei einer, gerade der ausschließlich angebauten Pflanze ungünstiger: Witterung einerseits, die Vereinfachung und Verbillignng der Generalunkoster: für die ganze Volkswirthschaft und die leichtere Eroberung und Beherrschung eines Marktes andererseits, ausführlich zu erörtern, es genügt darauf hinzuweisen, daß der große Unterschied ir: der: klimatischer: Boder:- und Terrainverhält- rrisser: Ostafrikas uns einfach zwingt, ir: den verschiedener: Gebieter: verschiedene Kulturen einzuführen. Gerade ir: der Erkenntnis, welche Kultur snr jedes Gebiet au: geeignetsten ist, wird sich die Geschicklichkeit eines Kolonisators am meisten zu bewähren Haber:.