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und dann das Land bis zur Aussaat der Baumwolle brach liegen lassen. Mit dieser setzte der Turnus bei Nr. 2 wieder ein. Nach der Lupine folgt am besten der stickstoffbedürftige Mais, mit welchem der Turnus von Nr. 1 an wieder beginnt. Im übernächsten Jahre wären die Felder, die bei Nr. 5 das letzte Mal Sesam getragen hätten, nunmehr mit Lupine zu bepflanzen und umgekehrt.
Werden die Erdnüsse nicht als Zwischenfrucht der Baumwolle gepflanzt, so würde es sich empfehlen, auch das Feld Nr. 3 zu theilen und zur Hälfte mit Erdnüssen und Sesam zu bepflanzen. Ersteres würde im nächsten Jahre (bei Nr, 5) Sesam, letzteres Lupine tragen. Nicht angebracht wäre es dagegen in Nr. 5 statt des Sesams die Erdnüsse zu pflanzen, da die Aufeinanderfolge zweier stickstoffbereichernden Pflanzen (Erdnüsse und Bohnen) eine Verschwendung wäre.
6 Bewässerung.
Den ungeheuern Werth, den die künstliche Bewässerung wie in allen Gebieten mit langen Trockenzeiten so auch in Ostafrika hat, haben selbst die eingeborenen Neger erkannt. In Westusambara beim Ausfluß des Umba aus dem Gebirge und häufig in Pare haben sie die Flüsse und Bäche abzudämmen und ihre Felder mit dem abgedämmten Wasser in sehr geschickter Weise zu bewässern verstanden. Um so mehr sollten wir Europäer darauf bedacht sein, mit den Hülfsmitteln einer höheren Kultur die gleichen Zwecke zu verfolgen. Je nach den Terrainverhältnissen werden wir dabei verschiedene Methoden anzuwenden haben. Die Gegenden am Sigi und Mkulumusi, namentlich das zwischen beiden Flüssen liegende Gebiet, das eine leicht gewellte Ebene darstellt, könnte meiner Ansicht nach in der Weise bewässert werden, daß das Wasser aus den Flüssen auf die Rücken der niedrigen Terrainwellen befördert und von dort — am besten nach vorheriger Sammlung in Bassins — mittelst Gräben über das etwas tiefere Land vertheilt würde. Die Hinaufschasfung des Flußwassers hätte entweder durch Windmotoren, oder, wo die Flüsse etwas Gefäll haben und das Terrain auch sonst dazu geeignet ist, durch hydraulische Widder zu geschehen, das heißt durch kleine Maschinen, die mittelst der von dem Wasser selbst erzeugten Kraft dies in Schläuchen in die Höhe drücken.
Eine andere Art der Bewässerung glaube ich für das Luengcrathal vorschlagen zu können. Dasselbe ist seiner ganzen Länge nach unbewohnt; die ganze Thalsohle könnte also zeitweise unter Wasser gesetzt und dadurch die dort anzubauenden Kakaobäume in ihrem Wachsthum ganz außerordentlich gefördert werden. Die Wohnungen der Unternehmer, beziehungsweise Beamten und der Arbeiter müßte an den Berghängen oder den höher liegenden Thalstufen angebracht werden. Die Ueberfluthung müßte mittelst Thalsperren erreicht werden, die durch Schleusen zu öffnen und zu schließen wären. Diese Sperren dürften nur so niedrig sein, daß die ihnen zunächst wachsenden Bäume auch bei höchster Stauung noch immer etwas aus dem Wasser hervorragen, da sie sonst der Gefahr des ver- faulens ausgesetzt werden. Das geringe Gefäll des Luengera würde jedoch gestatten, daß diese Sperren stets für ein ganz beträchtliches Oberland zur Bewässerung hinreichten, so daß ihre Zahl nicht eine unverhältnis-