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Tangaland und die Kolonisation Deutsch-Ostafrikas : Thatsachen und Vorschläge / von Karl Kaerger
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letzteren gerade würde sich die Pflugkultur sehr uortheilhaft erweisen, einmal aus diesem Grunde und der daraus folgenden Arbeitsersparnis gegenüber dem Hacksystem, dann aber auch. weil der Pflug die Nährstoffe tiefer liegender Schichten, die von der Hacke nicht berührt worden waren, nach oben bringen und dadurch den Pflanzenwurzeln zugänglich machen würde. Ganz besonders stünde ein solcher Vortheil auf lehmigen Böden zu erwarten, während der Küstensand, dessen Lockerheit auch der Hand­hacke schnell zu arbeiten erlaubt und den Pflanzenwurzeln ein leichtes Eindringen gestattet, sich nicht annähernd so dankbar für die Bearbeitung mit dem Pfluge zeigen würde.

Am wichtigsten wäre die Einführung des Pfluges für die Kultur der B aumw o lle, die wegen der häufig nöthigen Reinigungen und Auflockerungen des Bodens bei Hackkultur kaum rentabel sein dürfte, des Sesam, welcher dann nicht mehr gesteckt, sondern, was ungleich weniger Zeit erfordert, breitwürfig ausgesäet werden könnte, der Erdnüsse, weil diese zum hinein­treiben ihrer Früchte in die Erde eine sehr lockere Oberfläche des Bodens bedürfen und der Nahrungspflanzen, in deren Kultur der Europäer namentlich die mit Beamten wirthschaftenden Gesellschaften nur mit Hälfe von Pflug, Egge und Jätepflug (Kultivator) mit den Eingeborenen kon- kurriren wird können.

Bei der Tabackkultur kann an die Einführung der Pflugkultur nur dann gedacht werden, wenn man sich entschließt, mit Hülfe von Düngung den Taback Jahre hindurch auf dem gleichen Feld anzupflanzen, da derselbe am besten im Urwaldsboden angebaut wird, und dieser, wie oben auseinandergesetzt, in den ersten Jahren nur mit der Hacke bearbeitet werden kann.

Für die perennirenden Pflanzen ist die Pflugkultur trotz aller gegen­teiligen Behauptungen Semlers nicht von der gleichen ausschlag­gebenden Wichtigkeit wie für die einjährigen Gewächse, weil erstens hier bei der ersten und alleinigen Bearbeitung des Landes zur Aufnahme des Samens oder der Pflänzlinge eine Umstürzung des ganzen Bodens ent­schieden nichl nöthig ist und überdem doch in jedem Falle mit der Hand (oder einer Pflanzlochmaschine) Löcher gegraben werden müssen, und weil zweitens die perennirenden Pflanzen ihre Hauptnahrung in den dem Pfluge unerreichbaren Schichten des Bodens suchen. Nichts destoweniger ist das Besäten und Auflockern des Bodens mittelst des Pfluges oder Kultivators namentlich in den ersten Jahren, wenn noch keine großen Seitenäste das nahe Heranführen an die Pflanze hindern, dringend zu empfehlen, da diese Arbeit dadurch gründlicher und billiger verrichtet wird, als mit der Hand. Abhängig ist die Rentabilität der Kaffee- Thee- oder Kakaokultur aber keineswegs davon, da zweifelsohne auf dem größern Theil sämmtlicher auf der Erde befindlichen Pflanzungen perennirender Gewächse das Jäten mittelst Handarbeit vollzogen wird.

/I Düngung.

Nachdem durch mancherlei Bodenanalysen der relativ geringe Gehalt vieler tropischer Böden an mineralischen Pflanzennährstoffen und an Stick­stoff festgestellt worden war und nachdem Semler an vielen Stellen seines berühmten Buches über Tropische Agrikultur die Unzulänglichkeit