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plagen und quälen müssen, ehe es unserer höheren Kultur, unserer Intelligenz und Energie gelungen sein wird, den spröden Boden Afrikas zu reicher Produktion zu zwingen. Aber einen Trost möge man dabei nicht aus dem Auge lassen. Das in den Boden hineingesteckte Kapital steht niemals in graden Verhältnissen zu den Erträgen desselben. Während von einem gewissen Punkte an, die Erträge in geringeren Proportionen als das aus sie verwandte Kapital wachsen, steigen sie bis zu diesem Punkte in schnellerem Verhältniß. Dieser Wendepunkt wird aber selbst bei einer außerordentlichen Jntensivirung des Landbaues noch lange nicht in Ostafrika erreicht sein, und darum dürfen wir hoffen, daß alles Kapital, was wir jetzt in den Boden hineinstecken, uns vielfach wieder vergolten wird.
tt Pfluakultur.
Der erste Schritt auf der Bahn der Jntensivirung des Landbaues wäre die Einführung der Pflugkultur. Die Möglichkeit dies zu thun hängt davon ab, daß man ein passendes Zugvieh findet. Solange man mit der Einführung fremden Viehes noch keine Erfolge erzielt hat, wird man versuchen müssen, das einheimische Rindvieh und vielleicht auch die einheimischen Esel zum Zuge anzulernen.
Ist diese wichtige Vorfrage befriedigend gelöst, so haben wir uns die Frage zu stellen, was und wo soll gepflügt werden?
Semler empfiehlt jedes Neuland, selbst wenn es mit dichtestem Urwald bestanden war, sofort pflugbar zu machen. Vor dieser Tollheit kannt nicht eindringlich genug gewarnt werden. Ich bin in meinem Buch „BrasiliauischeWirthschaftsbilder"S.41 ausführlich gegen dieseSemler'sche Phantasterei zu Felde gezogen und kann mich daher hier darauf beschränken zu versichern, daß die durch die Urbarmachung des Landes entstehenden Kosten auch nicht annähernd durch den hierdurch erzielten Gewinn gedeckt werden. Erst wenn die Baumstümpfe und das dichte Wurzelgeflecht des Urwalds etwas verfault sind, lohnt es sich die Bearbeitung mit oer Hacke durch die mit Pflug und Egge zu ersetzen.
Auch bei manchen Arten von Grasland dürfte die sofortige Einsetzung des Pfluges recht schwer fallen. Dort beispielsweise wo das hohe, kräftige, iuäs genannte Gras mit seinem ausgebreiteten, fest verfilzten Wurzelgeflecht wächst, wie im Schwemmland des Mkulumusi nahe seiner Mündung, würde die erste Bearbeitung des Landes wohl oortheilhafter mit der Hacke geschehen, man müßte denn erstens das Gras vollständig herunterbrennen können, was, wenn die einzelnen Grasbüschel nicht dicht beieinander stehen, nicht immer gut gelingt, und zweitens sehr starke Zugthiere uud scharffchueidende und dauerhafte Pflüge haben. Schwerere Arbeit noch hätte dann die Egge, mit der alle die Erdklumpen, welche um die Grasbüschel sitzen, nicht zerkleinert, sondern einfach fortgeführt werden müßten, will man nicht nach kurzer Zeit eine neue dichte Grasdecke entstehen sehen. Erst nach Fortschaffung dieser nicht unbeträchtlichen Massen könnte man an die eigentliche Auflockerung des Landes herangehen.
Geringere Schwierigkeiten würde natürlich das mit kurzem Gras bewachsene Land dem Pflug entgegensetzen, und so gut wie gar keine die bereits von den Eingeborenen unter Kultur genommenen Flächen. Bei