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Bd. 1 (1905)
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Dr. Filippo Rho.

1903 Fiebig, De linfluence de lalcool sur les Europeens sous les tropiques. Arcli. de med. navale. aoüt. p. 120.

1902 Hueppf., Ist der Alkohol ein Gift? Vortrag, gehalten auf der Jahresversammlung abstinenter Arzte des deutschen Sprachgebiets.

1903 Derselbe, Körperübungen und Alkoholismus. Berl. klin. VVochensch. Nr. 1921. 1895 Lanceraux, Action des essences jointes ä lalcool dans les liqueurs. Bull. d. lAc.

de Med. p. 219.

1893 Lane Notter, The Hygiene of the tropics in Davidsons Hygiene and diseases of warm climates. Edinburg. Joungh and Bentland.

1897 Mensf,, Hygienische und medizinische Beobachtungen aus dem Congogebiete. Wien, klin. Rund. Nr. 37.

1901 Poüchet, Lei;ons de pharmacodynamie et de matiöre medicale. 2 me serie. p. 123 bis 380.

1903 Sacconaghi, Lalcool come alimento. Riv. dIgiene e San. pubbl. Nr. 11. Giugno.

Opium.

Das Opium ist der eingetrocknete Milchsaft der grünen Samenkapseln dos Mohns, Papaver somniferum. Farn. Papaverareae, Nohitfjeiciifh.se.

In hinreichender Menge und wiederholt eingenommen hat das Opium die Eigenschaft, eine Art ruhigen und traumartigen Rausches unter Steigerung des Vorstellungsvermögens und Linderung jeglicher, von physischen Störungen her­rührenden Beschwerden herbeizuführen. Unter dem Einfluß des Opiums und des darin enthaltenen Morphiums entwickelt sich ein Gefühl von Wohlbehagen und Kräftigung, dem die unvermeidliche Versuchung entspringt, sich wieder­holt in diesen angenehmen Erregungszustand zu versetzen. Der häufige Genuß wird leicht zur tyrannischen Gewohnheit und zum Laster, so daß der Mensch dem Reizmittel nicht mehr entsagen kann und seine Psyche und die verschiedenen Funktionen ohne die Wirkung des berauschenden Mittels leidend und verändert er­scheinen. So entwickeln sich die auch bei uns vereinzelt aber nicht selten vor­kommenden Fälle von Morphiumsucht und die unüberwindliche Neigung zahlreicher Opiumesser und -raucher unter den Völkern des Ostens.

Das Opium wird geraucht und gegessen, gegessen besonders in Persien, Indien und Afrika, geraucht in China und malayisehen Ländern.

Die Opiumesser (Theriaki, Afiondji) fangen damit an, drei bis zwölf Centi- gramm täglich zu verzehren und bringen es nach und nach auf acht bis zehn Gramm und mehr. Die Folgen dieses Mißbrauchs sind der Morphiumsucht analog. Es schafft physisch und moralisch heruntergekommene Menschen mit bleichem Antlitz, von gesunkener Ernährung, mit zitternden Händen, unsicherem, gläsernem Blick. Die Kranken klagen über Schlaflosigkeit, Appetitmangel, Neuralgien und sonstige nervöse Störungen, Schwäche des Geschlechtstriebes. Unfähig zu ange­strengter oder längerer Arbeit suchen sie stets aufs neue im Opium mit stets geringer werdendem Erfolg eine scheinbare Tatkraft und ein vorübergehendes Wohlbefinden.

Das Opium der Raucher erfordert eine besondere Zubereitung, um in das Tschandu genannte Präparat umgewandelt zu werden.

Die Herstellung des Tschandu erfordert in der Hauptsache vier oder fünf Prozeduren. Die Überführung des rohen Opiums in das erste halbtrockene Extrakt, Mazeration in Wasser, darauf Dekantierung, Filtration und Abdampfung, wodurch das Extrakt in seiner zweiten endgültigen Form gewonnen wird. Nun hat das Tschandu halbtlüssige Extraktkonsistenz, an Farbe und Masse dem Ergotin ähnlich, ein feines Aroma und bitteren nachhaltigen Geschmack. Es enthält 30 34 % Wasser, 68 °' 0 Morphium. 13% Narkotin, 36% Asche, 12 % in Wässer unlösliche Substauz, 1 6% Glykose, 46 °/ 0 Säuren.