Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1905)
Entstehung
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Dr. Filippo Rho.

Symptomatologie. Die Krankheit besteht in einem heftigen, rasch auf­tretenden ( »dem der Hände, Vorderarme, des Gesichts und der Augenlider, welches zur Bläschenbildung und Abschuppung der Haut führt. Hinzu kommen Sensibilitäts­und Zirkulationsstörungen. Die Fingerspitzen werden kalt, Finger und Handrücken fangen an zu jucken, mit der ödematösen Schwellung tritt Cyanose der Finger und Nägel, besonders deutlich an Daumen und Zeigefinger, später im Gesicht, besonders an der Nase auf. Daumen und Zeigefinger können anästhetisch werden, für Wärme, besonders für strahlendes Sonnenlicht sind die erkrankten Körperteile sehr empfind­lich. Es kann zur Geschwürbildung, selten zu Gangrän der ergriffenen Partien kommen. Das Allgemeinbefinden bleibt aber ungetrübt.

Die Prognose ist gut, die Therapie rein diätetisch, örtlich und sympto­matisch.

Literatu r.

1898 Matigsok, De latriplicisme. China Imp. marit. Customs med. reports. Shanghai

XVI.

Erregende, berauschende, betäubende und narkotische Stoffe.

Zu jeder Zeit und an jedem Orte haben die Menschen eine besondere Neigung ge­zeigt, aus den Naturerzeugnissen Stoffe zur angenehmen Reizung des Nervensystems zu gewinnen, und sind bestrebt gewesen, sich von Zeit zu Zeit in eine Art von Rausch zu versetzen, wodurch der Kreislauf der täglichen Mühsal und Sorgen unterbrochen, nach Überanstrengung Ruhe, bei Krankheit Linderung oder zu jeder geistigen oder körper­lichen Arbeit neue, wenn auch nur eingebildete Kraft gefunden wird.

Der größte Teil dieser Stoffe ist dann in den Arzneischatz übergegangen und findet Anwendung zur Beeinflussung des Nervensystems, sei es zur Beruhigung und Betäubung, sei es zur Kräftigung und Anregung.

An der Spitze all dieser Mittel steht als souveräner Herrscher der Alkohol, unter­stützt von den aromatischen Extrakten der verschiedensten Pflanzen.

Alkohol und Alcoholica.

Ist die Frage der hygienischen Bedeutung des Alkohols für die kalte und gemäßigte Zone schon von großer Wichtigkeit, so gewinnt sie eine außerordentliche Bedeutung im heißen Klima. Man kann sie in zwei Unterfragen zerlegen: 1. Ist der Alkohol ein Nahrungsmittel oder 2. ein Gift?

Schon vor mehr als fünfzig Jahren wurde die Frage nach dem Nährwert des Alkohols gestellt. Kein anderer als Liebig äußerte über das Schicksal des Alkohols im Organismus die Ansicht, daß dieser in unseren Geweben zur Verbrennung ge­lange und in Form von Kohlensäure ausgeschieden werde. Hirtz, Bouchakdat, Sandras, Ducheck und andere traten dieser Auffassung bei. Lallemand, Perrix, Ducroy und andere stellten ihr die Hypothese entgegen, daß der Alkohol den Körper ohne verbrannt zu werden passiere und unverändert in Dampfform auf ver­schiedenen Wegen wieder verlasse. Später spalteten sich die Physiologen in zwei Lager, die einen halten den Alkohol für ein Nahrungsmittel, die anderen sprechen ihm jeden Wert in dieser Hinsicht ab.

Die Frage scheint nunmehr zugunsten der ersteren Anschauung entschieden zu sein und zwar durch die ausgezeichneten Versuche zweier Physiologen, At water und Benedict.

Ein Physiologe von Fach, in gutem Gesundheitszustände und organischem Gleich­gewicht (d. h. in einem Zustande, wo sein Gewicht weder zu noch abnahm) nimmt seinen