Vergiftungen durch pflanzliche Gifte.
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erbsen, Lnthyrus , Fam. Lrguminosae, besteht. Die in Betracht kommenden Arten sind L. sath'us L., L. cicera, L. Utbcrosws, L. clgmennm, L. aphuca.
Verbreitung. Abgesehen von seinem Vorkommen in Italien undFrank- reich ist der Lathyrismus in zahlreichen Fällen auch in Britisch- Indien und Algerien beobachtet worden. Die Krankheit befällt auch Tiere, welche sich von diesen Hülsenfrüchten nähren.
Ätiologie. Gesundheitsschädlich sind die Früchte dieser Leguminosen selbst und nicht etwa Verunreinigungen oder zufällige Beimengung der Samenkörner anderer Gewächse. Auch die ätherischen und alkoholischen Auszüge derselben rufen Lähmungserscheinungen analog dem Lathyrismus hervor, welcher seinem Wesen nach eine spastische spinale Paralyse infolge von Degeneration der Seitenstränge darstellt.
Verlauf und Erscheinungen. Nachdem Störungen der Magendarmtätigkeit und manchmal ein kurzes Fieber die Krankheit eingeleitet haben, stellen sich die charakteristischen nervösen Symptome fast plötzlich in Gestalt von Schmerzen in der Lendengegend und in den Beinen, verbunden mit Schwäche und Steifheit, ein T worauf dann rasch die spastische Paralyse folgt. Das Gehen ist erschwert, die Fersen vermögen den Boden nicht zu berühren, so daß der Kranke nur mühsam auf den Spitzen der in Extensions- und Adduktionsstellung gehaltenen Füße, das Metatarso-phalangeal-Gelenk ausnutzend, sich bewegen kann und dabei die Beine nach rechts und links schleudert. Schließlich wird das Gehen ganz unmöglich. Der Patellarreflex ist stets gesteigert. Die Arme werden nicht ergriffen, an den. Händen tritt jedoch meistens ein Tremor auf. Häufig besteht Harnverhaltung und Inkontinenz, sowie Impotenz.
Das einmal zur Entwicklung gelangte Leiden macht sehr langsame Fortschritte und ist nicht lebensgefährlich, völlige Heilung ist jedoch selten. Durch veränderte Ernährung, Anwendung von Bromkali und Applikation des Thermokauters längs der Wirbelsäule, sowie Einpinselung von Jodtinktur und Krotonöl als Hautreiz kann immerhin bedeutende-Besserung erzielt werden.
Literatur.
1899 Buchanan. A note on lathyrism. Journal of tropical Med. May. p. 261.
1873 Cantani, II Morgagni t XV.
1883 Gbandjean, Paralysie ataxique chez les Kabiles. Arch. de Med. et Pharm, milit. t 1. p. 95.
1896 Mingazzini e Büglioni, Studio cfinico ed anatomico sul latirismo. Riv. di freniatria. XXII. p. 79—233.
Atriplicismus, Ufermeldenkrankheit.
Der Atriplizismu s ist eine in der neuesten Zeit von Matignon in der Mongolei und Nordchina bei Chinesen beobachtete Krankheit, welche Ufennelde in Form von einer Art Spinat genießen. Die Pflanze gehört zur Familie der Meldengewüchse, Chcnopodiacene, und kommt in zwei Varietäten vor: Atriplex Uttondis und .1. ungustissimu oder serrula. Die Chinesen der ärmeren Volkskreise verzehren das dort unter dem Namen Lao-li-ts'ai bekannte Gewächs meistens roh als Salat, seltener in Form von Teig oder Pfannkuchen.
Es wird von einigen Autoren angenommen, daß nicht die Pflanze selbst oder gewisse Teile derselben schädlich seien, sondern eine auf ihr lebende Milbe. Lavekan schließt aus der Lokalisierung der Krankheit, daß die giftige Substanz, welcher Art sie auch sei, nicht per os, sondern direkt auf die Finger und von dort auf das Gesicht der Menschen wirke, welche die Kräuter reinigen oder bearbeiten.