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Dr. Fimppo Rho.
Diese Aufstellung allein läßt schon erkennen, daß die -Mikrobenflora des Maises dieselben Arten enthält wie die so vieler anderer Nahrungsmittel. Die Zersetzung dieser Getreideart hat demnach nichts spezifisches an sich und es ist schwer verständlich, warum sie zu einer spezifischen Intoxikation führen soll. Auch Lewin ist deswegen ein Gegner der Theorie Lomiskoho’s. Anderseits haben die zur Verhinderung des Genusses von verdorbenem oder schlecht getrocknetem Mais getroffenen Maßregeln die Pellagra in Italien nicht einzuschränken vermocht.
Aus diesen Gründen hat de Giaxa und seine Schule nach zahlreichen experimentellen Arbeiten eine neue Theorie begründet, nach welcher die Pellagra durch ein im Darmkanal vom Bakterium coli erzeugtes Toxin hervorgerufen wird, wenn die Ernährung fast ausschließlich auf Mais beruht, selbst wenn dieser von guter Qualität ist.
Nur mit Mais ernährte Versuchstiere starben unter der Pellagra analogen klinischen und pathologisch-anatomischen Erscheinungen, auch wenn das Korn einwandsfrei war. Ein gleiches Ergebnis wurde mit Toxinen erzielt, welche aus auf Mais enthaltenden Nährboden wachsenden Kulturen des B. coli gewonnen waren.
Diese Tatsache hat nichts Überraschendes, wenn man die proteusartige biologische Aktivität dieses Mikroorganismus und seine ausgezeichnete Anpassungsfähigkeit an den Nährboden, auf welchem er sich vermehrt, in Erwägung zieht. Escherich geht sogar so weit, von einer „persönlichen Coli-Rasse“ zu sprechen.
Symptomatologie. Das klinische Bild der Krankheit setzt sich aus- folgenden Erscheinungen zusammen : Störungen der Magentätigkeit, nämlich Atonie, Erweiterung, Mangel an Salzsäure, Stauungsazidität, I’yrosis, Aufstoßen, ferner der Darmtätigkeit in Gestalt von mit Verstopfung wechselnden Durchfällen, stets wiederkehrende Kopfschmerzen, Albuminurie und Acetonurie, Erytheme auf der Haut, besonders auf den den Sonnenstrahlen ausgesetzten Körperteilen, hochgradige Kraftlosigkeit, Arbeitsunfähigkeit, Störungen der Motilität, nämlich spastische Paresen. Kontraktur der Flexoren, Tremor, unkoordinierte Bewegungen, endlich psychische Störungen in Gestalt von Charakteränderung, Sinken der Intelligenz und gegen das Ende Melancholie und Manie.
Pathologische Anatomie. Die pathologisch-anatomischen Veränderungen lassen sich zusammenfassen als Degeneration und vollkommene Zerstörung der Darmschleimhaut, parenchymatöse oder Glomerulo-Nephritis mit Andeutung von chronischer interstitieller Nephritis, allgemeine Nekrobiose der ganzen Marksubstanz der Nebennieren, auf die LANGHAXs’sehen Körperchen beschränkte Veränderungen im Pankreas, zelluläre Veränderungen und Degeneration im Rückenmark, Entartung und Atrophie der Ganglien mit allmählicher Sklerose des Coeliacus und der intravertebralen Rücken- und Leudenganglien. Die Prognose ist ernst und wenigstens in veralteten Fällen schlecht.
Die Behandlung ist eine rein symptomatische, hygienische und diätetische.
Literatur.
1902 Antonini, La Pellagra, Milano U. Hoepli.
1903 de Giaxa, Contributo alle cognoscenze sulla eziologia della Pellagra. Annal. d’Igiene sperimentale. ßoma. p. 367.
1892 Lombroso, Trattato profilattico e clinico della pellagra. Torino Bocca.
Lathyrismus, Platterbsenkrankheit.
Es ist eine sporadisch, epidemisch und endemisch auftretende Krankheit armer Landleute, deren Nahrung fast ausschließlich aus verschiedenen Arten von Platt-