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P. C. J. VAN PbF.RO.
wort (wenn sie in der Irrenanstalt sind), weil auch hier Geisteskrankheit als eine Schande angesehen wird. Auch besteht die Neigung Europäern gegenüber aus Höflichkeit, besonders wenn sie sich von diesen abhängig glauben, Unwissenheit oder Dummheit vorzuschützen, sich kleiner und geringer zu machen mit dem Zweck, den Vorgesetzten desto mehr zu erheben. Die richtige und gewünschte Antwort bekommt man oft erst auf einem Umwege. Da Zeitbestimmungen im täglichen Leben eines Naturvolkes wenig Wert besitzen, so daß Daten, wie z. B. das Alter, ziemlich unbekannt sind, muß man beim Examen diese Eigentümlichkeiten berücksichtigen. Besondere Ereignisse, wie Überschwemmungen u. dgl., auch wohl Ernte oder Markttage werden als geeignete Anhaltspunkte benutzt.
Vom physio-psychologischen Standpunkte betrachtet, hat der Tropeumensch ein abnorm erregbares Nervenleben, welches in mancher Beziehung die Merkmale einer psychopathischen Minderwertigkeit annimmt. Leichte Unpäßlichkeiten verursachen bei ihm eine Exaltation oder Apathie, geringe Temperaturhöhen lassen bald Delierien oder Somnolenz entstehen und nur mit Mühe unterwirft er sich kleinen chirurgischen Operationen. Trauer wird mit großer Ostentation (Haare ausziehen, sich auf den Boden werfen und wälzen) zur Schau gestellt; kleine Ereignisse lassen ihn in zügellosem Zorn entflammen. Die sonst dem rüstigen Gehirn zugehörenden Geisteskrankheiten haben oft auffallend viele Eigenschaften, welche ihr die Merkmale der degenerativen Psychosen verleihen, z. B. Periodizität, boshafte und gefährliche Züge, barocken Wechsel der Erscheinungen, räsonierenden Charakter usw., wodurch die Prognose merklich getrübt wird.
Die eiuzeluen Psychosen.
Bei der Nomenklatur und Klassifikation folge ich hauptsächlich Meynert.
Melancholie. Fällen von Melancholie, wie sie Meynert in seinen „Vorlesungen über Psychiatrie“ beschreibt, bin ich bis jetzt noch nicht begegnet.
Ainentia ist die häufigst vorkommende Geisteskrankheit. Die illusorische Form ist die meist frequente, dann folgt die stuporöse. Personenverwechselung als Ausdruck von Verwirrtheit wird sehr oft, vielleicht immer wahrgenommen. Halluzinationen werden relativ wenig beobachtet; einzelne Male ging die Amentia in eine Manie über und heilte nachher. Gewöhnlich aber fand dies ohne diesen Übergang statt.
Die motorische Unruhe inkl. der Logorrhoe tritt in den akuten Fällen besonders in den Vordergrund. Periodische Verwirrtheit ist relativ selten; es kommen äußerst kurze und sehr langwierige Anfälle von Exaltation mit entsprechenden freien Intervallen vor.
Manie. Rein ausgesprochene Manie wird sehr selten beobachtet und dann ist es noch in diesen wenigen Fällen nicht ganz mit Bestimmtheit zu sagen, ob man von Anfang an mit einer Manie zu tun hatte, weil, wie bekannt, Amentia mit einem maniakalen Ende verlaufen kann. Periodische Manie ist sehr häufig, sie fängt an und endigt durch Lysis, ist gewöhnlich nicht rein ausgesprochen, besonders im Anfang, hat im Verlauf oft Phasen von vollkommener Verwirrheit neben Augenblicken von Lucidität und trägt viele Merkmale von listiger Bösartigkeit. Diese Anfälle sind bisweilen von längerer Dauer, mit ebenso großen oder größeren freien Intervallen. Eine regelmäßige Zurückkehr der Anfälle wird wenig beobachtet. Der Paroxysmus beschränkt sich einige Male auf einen stuporösen Zustand, wo die Kranken zu Bette liegen bleiben, sich ungenügend nähren, ihre Toilette vernachlässigen und auf Fragen gar nicht oder träge reagieren. Wenn