sind Petechien, in der Höhle bisweilen Blut. Weitere Erscheinungen : Oedema pulmonum mit außerordentlicher Blutüberfüllung.
Auf beiden Herzblättern befinden sich Petechien, das linke Herz ist leer und zusammengezogen, das rechte enthält schwarzes Gerinnsel oder schwarzflüssiges Blut; in den Herzohren schwarzes Blut,
Der Herzmuskel ist schlaff, gelblich rot, das Protoplasma trübe. Leber und Milz sehr blutreich, in der Magenschleimhaut einzelne Blutextravasate.
Die Nieren bieten das Bild einer venösen Stauung, die Kinde ist blaß, das Mark gerötet, Ecchymosen enthaltend.
Über den Hirnbefund ist man noch nicht einig; einzelne Untersucher finden überhaupt keine Abweichungen von der Norm. Die meisten fanden die Sinus durae mater stark mit Blut gefüllt, wie auch die weichen Meningen, welche dabei öde- matös sind. Rinde und Mark sind blutreich und weisen Blutpunkte auf. Wie man sieht, sind die Veränderungen nicht sehr charakteristisch.
Behandlung. Man legt den Kranken an eine kühle, beschattete Stelle, lockert seine Kleider und reicht ihm Stimulantien, subkutan, wenn er nicht schlucken kann. Wo die Körpertemperatur hoch ist, ist eine Kaltwasserbehandlung — allmählich abgekühltes Vollbad — mit Blutentziehung bei heftiger Lungenkongestion angezeigt und bei Erregungszuständen große Dosen Brom, wenn nötig per Rectum. Bei niedrigen Körpertemperaturen, welche für gewöhnlich mit Collaps verbunden sind, ist ein laues oder warmes Vollbad indiziert.
II. Sonnenstich.
Beim eigentlichen Sonnenstich offenbaren sich bestimmte nervöse Erscheinungen. Diese Erscheinungen setzen oft bei unbewegter heißer Luft ein, besonders wenn der Körper nicht in Bewegung und die Schweißsekretion im Stocken ist; unzweckmäßige Bekleidung und besonders Alkoholgenuß sind auch hier verderblich.
Symptome. Eine hohe Körperwärme bei trockener heißer Haut (Calor mordax), Schwindel, Erbrechen, heftige Kopfschmerzen, frequenter, voller Puls, Empfindlichkeit für Reize und epileptiforme Zuckungen. Nach kürzerer oder längerer Zeit bessern sich die Erscheinungen bis zu völliger Erholung oder es bleiben Nachkrankheiten zurück, wie Irrsinn, Epilepsie, Vergeßlichkeit, Taub- und Blindheit, Lähmungen, Tremor, Cephalalgie und bleibende Empfindlichkeit für Sonnenhitze.
Die Symptome erinnern an eine Meningealläsion; genaue pathologisch-anatomische Veränderungen sind unbekannt.
Die Behandlung besteht in Überbringung an kiilüe, dunkle Stelle, Hochlagerung .des Oberkörpers mit Applikation von Eis auf den Kopf und bei Kongestion örtliche Blutentziehung an den Schläfen oder dem Processus mastoideus. Weiter: Abführmittel, lacto-vegetarische Kost und Brompräparate bei Unruhe und Schlaflosigkeit.
Zu den prophylaktischen Maßregeln gehören ein zweckmäßiger Schutz gegen Sonnenwärme und -Strahlen, möglichste Herabsetzung der Körperbelastung, Verbot von Alkohol, Darreichung von erfrischenden Getränken auf Märschen, wobei Eis unentbehrlich ist,
Die Nachkrankheiten werden nach den bekannten Regeln behandelt. Von einer Rückkehr in die Tropen ist abzuraten, wenn auch nur noch die leichtesten Andeutungen derselben bestehen, vielleicht ist sie überhaupt gänzlich zu untersagen.
Es soll noch erwähnt werden, daß Sonnenstich- und Hitzschlagsymptome häufig gemischt Vorkommen, weil offenbar beide Ursachen zugleich einwirken können.