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P. (’. J. VAN BrF.RO.
„Zur Verschärfung des Verfahrens dient ein schwacher Druck oder ein sanftes „Reben an den Kanten des Nasenbeins (an der bimförmigen Öffnung), was ein etwas „unangenehmes, aber kaum schmerzhaft zu nennendes Gefühl verursacht.
„Durch das starke Zusammendrücken der ganzen knorpeligen Nase wird die betr. „Schleimhaut, welche wohl einzig hier in Betracht kommt, blutleer, die seröse Ausschwitzung wird ausgequetscht — hiermit fallen die ursächlichen Momente des Nies- „reizes, Hyperämie und Infiltration, weg. Als Gegenreize sind Druck und Zug der End- „nerven — des N. uasociliaris — anzusehen, und ein besonders kräftiger Gegenreiz ist „das ins Gebiet unangenehmer Emfindungen gehörende .Reiben an den unteren Nasen- „beinkanten.“
Krankheiten thermischen Ursprungs.
Definition. Über den Krankheitsbegriff herrscht noch Unklarheit, weil verschiedene Läsionen mit demselben Namen belegt werden.
So will P. Manson zuerst unterscheiden eine fieberhafte, wahrscheinlich infektiöse Krankheit, Siriasis geheißen, welche zwar nur bei höherer atmosphärischer Temperatur entsteht, aber nicht durch dieselbe. Auch Malaria, sogar einfache Tertiana, scheint öfters das Bild des Hitzschlags vorzutäuschen, wie Levi und Asheu im Kraukenhause beobachteten, wo die unter der Diagnose Hitzschlag Eingelieferten häufig Plasmodien im Blute zeigten.
Es kommen alsdann die Fälle in Betracht, I. wo der exzessive Wärmegrad als solcher Ursache ist, mag die Hitze von der Sonne oder einer anderen Quelle (Werkstätten, Maschinenräume) herrühren und welche Manson Heatexhaustion, Hitzerschöpfung, und Roux Coup de Chaleur, Hitzschlag, Wärmeschlag nennt, und II. wo die Sonnenstrahlen eine besondere Einwirkung auf den Körper ausüben — Sonnenstich, Zonnesteek, Sun-traumatism, Coup de soleil, insolation.
I
Eine Kombination dieser zwei Läsionen scheint sehr häufig vorzukommen. Nach P. Slhmidt sind Hitzerschöpfung, Hitzschlag, Wärmeschlag und Sonnenstich nur graduell und durch den Angriffspunkt der Wärme bedingte Unterschiede einer Erkrankung des Zentralnervensystems mit Beteiligung der C'entra der Ilerziunervation.
I. Hitzschlag.
Symptomatologie. Roux u. a. unterscheiden ein prodromales und ein manifestes Stadium.
Zum ersten gehört häufiges Urinieren, Müdigkeit, heftige Kopf- und Rückenschmerzen, Beklemmungsgefühl, Ohnmacht, Erbrechen, heiße, trockene Haut. Sehstörungen, so daß die Kranken ihre Umgebung rot, grün oder weiß sehen.
Dieses Stadium soll gewöhnlich kurz sein. Meyer aber gibt an, daß dieses ein bis drei Tage dauern kann, ln den meisten Fällen geht es allmählich in das manifeste Stadium über und es ist ein deutlicher Übergang sichtbar. Die Erscheinungen eines mittelstarken Falles von Hitzschlag sind: Schwindel, Niedersturz und Schwerbesinnlichkeit, Trockenheit und brennende Hitze der Haut (Achseltemperatur 41 —45 0 C; nach P. Schmidt können jedoch alle diese Erscheinungen auch bei geringer Steigerung der Körpertemperatur auftreten |3S°|), fibrilläre Muskelzuckungen und Erhöhung der Reflexe. In schweren Fällen treten heftige Konvulsionen auf, (P. Schmidt), als leichte Fälle sind nach Esch die sogen. Heizerkrämpfe anzusehen.
Das Gesicht ist meistens bleich, die Augen starr, die Pupillen erweitert oder verengt, nicht auf Licht reagierend. Auf den Lippen und Nasenflügeln erscheint blutiger Schaum. Der Puls ist frequent, unregelmäßig und weich (Unterschied von