Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1905)
Entstehung
Seite
198
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Prof. Dr. A. Looss.

Fig. 46.

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zählt wurden. Ihr Körper ist abgeplattet oder drehrund, stets scharf geringelt, aber ohne jede Andeutung der ursprünglichen Gliederung in Kopf, Brust und Hinterleib. Nahe am Vorderende liegt auf der Bauchseite die Mundöffnung, rechts und links von ihr je 2 bewegliche, gelblich bis braun gefärbte Chitinklauen, die man früher für Reste I von Beinpaaren ansah, gegenwärtig aber als die reduzierten beiden Paare von Mund­werkzeugen betrachtet. Die Linguatuliden leben im erwachsenen Zustande in der Lunge und den Luftwegen von Wirbeltieren; in ihren Eiern bildet sich ein mit 4 kurzen klauentragenden Beinen ausgestatteter Embryo, der zu seiner Weiterentwicklung der Übertragung in einen Zwischenwirt (meist ein Säugetier) bedarf.

Pororejthalas iitoiiil-ifonnis Diksixg 1836.

(= Pentastomum comtrieiinn Bilii.-v. Siek. 1851.)

1840 von Pruner in Cairo in der Leber zweier Neger entdeckt und seitdem noch einige Male im Menschen be­obachtet; soweit bis jetzt bekannt, auf Afrika beschränkt. Die Tiere sind weih, von wurmartigem Aussehen, ca. 15 mm laDg und 22,5 mm dick, ihr Körper, der sich nach hinten zu etwas verjüngt, aus ca. 20 deutlich gegeneinander abge­setzten Querringen zusammengesetzt; an dem etwas ver­dickten Kopfende erkennt man mit der Lupe zwei Paare kleiner gelber oder bräunlicher, klauenförmiger Haken.

Gewöhnlich finden sich diese Parasiten zusammen- gerollt in rundlichen bindegewebigen Cysten, die außer in der Leber, ihrem hauptsächlichen Sitze, auch in der Lunge, sowie im Mesenterium und in dem bindegewebigen Überzüge der Bauchorgane Vorkommen können und durch deren Wand der Insasse meist schon deutlich durchscheint (Fig. 46). Gelegentlich hat man die Tiere auch nach Verlassen ihrer Cysten frei iu der Leibeshöhle und im Darme angetroffeu, und in dem Falle von Chalmehs waren Anzeichen vorhanden, als ob sie aus dem Darm­lumen in die Leibeshöhle überzutreten im Begriffe ständen.

Die im Menschen vorkommenden Individuen sind sämt­lich Larven; die erwachsene Form des Pentastumum con- strictum ist nach Shiplf.y Forocephalus armillatus Wyman aus der Lunge afrikanischer Riesenschlangen (Python sebae, P. molurus), dessen Körper sich aus ca. 20 Ringen zusammen- setzeu soll; Neumann dagegen betrachtet P. constrictum als die Jugendform des Porocephalus moniliformis Dies., der ebenfalls in der Lunge afrikanischer Riesenschlangen lebt, aber ca. 32 Querringe an seinem Körper aufweist. Meiner Ansicht nach sind diese beiden Formen identisch. Die Larve (= Pentast. constrictum Bii,h.-v. Sieb.) hat an ihrem Körper 20 deutlich abgesetzte Segmente, und vor diesen am Kopfe noch einige sehr kurze, undeutlich abgesetzte (cf. Fig. 47 ä). Während der ferneren Entwicklung im de­finitiven Wirt treten mit dem Wachstum auch die vorderen undeutlichen Ringe schärfer hervor (Fig. 47 b), so daß bei ganz erwachsenen Tieren vor den 20 Segmenten der Larve nach 1112 kürzere gezählt werden können (Fig. 47 e). Das erwachsene Tier ist unzweifelhaft Porocejyhalus monili­formis Diesing.

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Pentastomum constric­tum Bilh.-v. Sieb, aus der Leber des Menschen, oben in seiner Uyste, unten aus derselben befreit, in nat. Grüße. Nach Bii.harz- v. Sieboi.d.

Fig. 47.

Porocephalus mon iliform is Diesing. a Larve (= Pentast. constrict.) aus der Leber und dem Mesenteri­um von Cercopithecus albo- yularis (Sudan), b u. c mut­maßliche Geschlechts­formen aus der Lunge von Python sebae, b jünger, c erwachsen. Alle 3 in nat. Größe. Orig.