Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1905)
Entstehung
Seite
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Von Würmern und Arthropoden hervorgerufene Erkrankungen.

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die ihre Furchung bereits im Mutterkörper beginnen. Sie sind denen des Ankylostoma in Form und Aussehen sehr ähnlich (Fig. 21 Taf. IX) aber 0,08 mm lang und 0,04 mm dick, also beträchtlich größer, und enthalten im Momente der Ablage bereits einige 2030 Fnrchungskugeln. Bei einiger Aufmerk­samkeit sind sie dem nach mit Ankylostomaeiern kaum zu verwechseln.

Irgendwelche pathologische Bedeutung scheint dem Strongylus subtilis nicht zuzukommen.

Blutegel (Ilirudinei, Iiiscophori).

Gliederwürmer mit dorsoventral meist deutlich abgeflachtem Körper, der an seinem Hinterende eine kräftige, muskulöse Haftscheibe trägt. Her am vorderen Körperende ge­legene Mund kann ebenfalls saugnapfartig ausgebildet und in seiner Höhlung mit 3 kreis­sägenförmigen Kiefern bewaffnet sein (Kieferegel, Gnathobdellidae); andere Formen be­sitzen anstatt der Kiefer einen vorstülpbaren Rüssel (Rüsselegel, Rhynchobdellidae). Die Blutegel leben für gewöhnlich frei im Wasser, oder an feuchten, geschützten Stellen auf dem Lande, sind aber im erwachsenen Zustande der Mehrzahl nach zu ihrer Ernährung auf das Blut von höheren Tieren, besonders Warmblütern, angewiesen. Sie befallen diese, sobald sich ihnen dazu Gelegenheit bietet; während die Kieferegel die Haut mit ihren Kiefern gleichsam ansägen, senken die Rüsselegel ihren Rüssel in sie ein. Beide Egel­gruppen besitzen in der Umgebung ihres Mundes und Ösophagus stark entwickelte Speicheldrüsen, deren Sekret in die Wunde gelangt und die Gerinnungsfähigkeit des Blutes aufhebt; deshalb das oft lang andauernde Nachbluten dieser Wunden.

Größeren Schaden können dem Menschen besonders 2 Arten zufügen.

Liimiatis nilotica (Sav.) 1820 (Synonyme: BdeUu nilotiea Sav., Iiacmopis vorax Moq.-Tand., Huemopis sanguisuga Moq.-Taxd., Sanguisuga aegyptiaca Moq.- Tand. u. a.), ein etwa 10 cm langer, auf dem Bauche dunkel, auf dem Rücken meist grünlich gefärbter und mit mehreren schwarzen Längsstreifen (die gelegentlich in Punktreihen zerfallen oder auch ganz fehlen können) ausgestatteter Egel, der hauptsächlich Nordafrika und die angrenzenden Küstengebiete und Inselgruppen des Mittelmeeres, sowie Armenien und Turkestan bewohnt. Er lebt im süßen Wasser, von wo aus er die zur Tränke kommenden Tiere befällt, mit dem Triukwasser aber nicht selten, besonders im jugendlichen Zustande, auch von dem Menschen aufge­nommen wird. Er setzt sich dann im Magen fest und wandert früher oder später von da aus in den Ösophagus, die Rachen- und Nasenhöhle, manchmal auch in Kehlkopf und Trachea über. Auch auf anderen Schleimhäuten (Conjunctiva. Vagina) ist er beobachtet worden, dagegen nicht auf der äußeren Körperhaut, die er an­scheinend nicht zu durchbohren vermag. Die von ihm verursachten Symptome hängen von der jeweiligen Sitzstelle ab und bestehen vorwiegend in Schmerzen an dem befallenen Organ, verbunden mit Beschwerden in der Funktion desselben; dazu gesellen sich Kopfschmerzen, Brechreiz, Auswurf blutig-schleimiger Massen, bei längerer Anwesenheit der Parasiten zunehmende Abmagerung, Anämie usw. Beim Eindringen in den Kehlkopf können sie Erstickungsanfälle und selbst den Tod durch Erstickung hervorrufen. Die Diagnose ist leicht, solange die Würmer von außen sichtbar sind; ist dies nicht der Fall, dann dürfte der Umstand, daß sie und mit ihnen auch die Symptome von Zeit zu Zeit den Ort wechseln, am ehesten auf die richtige Spur führen.

Die Entfernung der Blutegel erfolgt durch Einspritzungen oder direktes Auf­tropfen von Salz- oder diinnnen Säurelösungen auf ihren Körper, wodurch sie zum Loslassen gebracht werden. Wenn möglich, versuche man sie vorher mit einer Pinzette zu fassen, um sie sofort extrahieren zu können.

Mense, Handbuch der Tropenkrankheiten. I.

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