Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1905)
Entstehung
Seite
189
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Von Würmern und Arthropoden hervorgerufene Erkrankungen.

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mit Schmerzen längs des Verlaufes des Dickdarmes. Anämie scheint oft vorhanden, aber anderen Ursachen zuzuschreiben zu sein. In dem unkomplizierten Falle Bakuagallo's fand sichein hoher Grad von Leukocytosis.

Eine gewisse Schädigung des Organismus dürfte Strongyloides stercoralis ohne Zweifel bedingen, da er, wie Golgi, Moxti und Askaxazy festgestellt, sich von Chylus nährt und zum Teil innerhalb der Schleimhaut lebt, in der er sich Gänge gräbt, die bis auf die Muscularis mucosae, selten bis in die Mucosa hinabreichen. Stroxg fand die Parasiten in den LiEiSERKriixschen Drüsen, wo sie Atrophie des Epitlieles und Rundzelleninfiltration hervorgerufen hatten. In einem von Teissier beobachteten Falle sollen die Larven, anscheinend unter Vermittlung der Lymph­gefäße, in das Blut übergetreten sein, wo sie in großer Zahl nachgewiesen wurden.

Stroiif/yfohles stercoralis Bavay 1876

( Rhubditis stercoralis Bavay,. Anguillula intestinalis Bavay, Pseudorhabditis stercoralis Perroxcito, Strongyloides intestinalis Grassi, Rhabdonema strongyloides R. Leuckart, Rhabdonema intestinale R. Beaxchard).

Fig. 41.

Lebt im oberen Dünndarm (Duo­denum) und Anfang des Jejunums, ist aber in situ weder mit bloßem Auge noch mit der Lupe zu erkennen. Isoliert und auf dunkler Unterlage erscheint der Wurm als ein feines weißes Fädclien von 2,5 bis 3,0 mm Länge und 0,06 bis 0,07 mm größter Dicke in der hinteren Körperhälfte. Im Inneren bemerkt man besonders eine Reihe hintereinander liegender Eier, die von den Enden nach der Mitte etwas an Größe zunehmen und dabei ihre Furchung beginnen. Zwischen den beiden am weitesten entwickelten liegt die Genitalöffnung. Alle diese Würmer sind Weibchen (Fig. 41).

Bemerkenswert ist die Entwick­lung. Die Mehrzahl der Eier wird in den von den Würmern gegrabenen Gängen abgelegt und entwickelt sich hier zu den jungen Larven, die nach dem Ausschlüpfen in das Darmlumen übertreten. Frei im Darminhalte wan­dernde Weibchen setzen ihre Eier, die gelegentlich in kurzen Schnüren Zu­sammenhängen, in diesen ab; Eier und Larven werden mit den Fäces entleert, erstere indessen nur als seltene Aus­nahme. Die jungen Larven (Fig. 42)

zeigen Rhabditisgestalt (cf. oben bei Ankylostoma) mit sehr scharf ausgesprochener Dreiteilung des Ösophagus; etwas hinter der Körpermitte erscheint neben dem dunkelkörnigen Darm ein helles, ovales Körperchen, die Genitalanlage ( Gcyi. Fig. 42). Das Kopfende ist stumpf, die Mundhöhle kurz und relativ w r eit, ohne ver­dickte Chitinauskleidung. Die Körperlänge beträgt ca. 0,35 mm.

Strongyloides stercoralis, jüngeres Exemplar, ca. 96 /,. Ov.a vordere, Oe.p hintere Eiröhre. Orig.