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Bd. 1 (1905)
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Prof. Dr. A. Looss.

40 cm bei 0,36 mm Dicke an. Der Kopf ist einfach abgerundet, die Haut deutlich quergeringelt; am männlichen Schwanzende stehen jederseits 2 Papillen, zwei andere jederseits dicht vor und hinter der Anogenitalöffnung. Es sind zwei Spicula von un­gleicher Länge (0,082 und 0,18mm) vorhanden; ihre inneren Enden sind leicht trichter­förmig erweitert. Die weibliche Genitalöffnung liegt wahrscheinlich innerhalb der ersten 1,5 mm des Körpers. Die reifen Embryonen sind 0,25 mm lang und 0,0050,006 mm dick; das Kopfende ist abgerundet, das Schwanzende verjüngt und sehr spitz. Sie be­sitzen keineScheide (Prout).

Freie Larven fanden sich in den Fällen von Prout massenhaft in der eiterigen Inhaltsmasse der Tumoren, dagegen weder im Blute noch in der mit der Spritze ent­nommenen Flüssigkeit der Inguinaldrüsen.

Literatur über Filaria volvulus.

1893 Leuckart, R., in: A. Davidsons Hygiene and diseases ot warm climates, London;

P. HI ansos, Skin diseases, S. 963. (Der Wurm wird hier Filaria volvulxus genannt.) 1899 Labadie-Lagrave et Deguy, Un cas de Filaria volvulus, in: Arch. Paras. II. S. 451-60.

1901 Prout, W. T., A Filaria found in Sierra Leone ? Filaria volvulus (Leuckhart), in: Brit. med. Journ. Nr. 2091. Jan. 26. S. 209211.

Filaria kilitnarae Kolb 1898.

Unter diesem Namen vereinigt Kolb eine Anzahl zwischen 10 und 20 cm langer 0,5 1 mm dicker Würmer, die er frei in Wasserplützen, in den Fäces von Affen und

Hyänen, im Fleische von Fischen und Flußpferden, in der Leber eines Zebras und eines Oryx öeisabockes, in der Peritonealhöhle eines Nashorns, schließlich im Erbrochenen und zwischen den Darmschlingen von Negern gesehen hat. Der Autor hält diese Würmer für die Ursache der in Ostafrika in jedem Herbste auftretenden,in Schmerzen in der Leibgegend, Schüttelfrösten. Fieber, allgemeiner Mattigkeit, Appetitlosigkeit, manchmal Erbrechen ohne Durchfälle sich äußerndenMassai-Krankheit und glaubt, daß sie heftige, zum Teil bedrohliche Reizerscheinungen und Fieber bei Weißen und Negern verursachen können, und daß sogar eine ganze Reihe von Todesfällen auf solche Filarien­invasion zurückzuführen sind.

Zoologisch handelt es sich in den verschiedenen Funden Koi.bs wahrscheinlich um ebenso viele verschiedene Wurmarten. Die zwischen den Darmschlingen des Menschen gefundenen Exemplare (alles Weibchen) werden mit Dracunculus »ledinensis in Beziehung gebracht, doch bedingt dieser in Wirklichkeit ganz andere Symptome; die von Koi.b bei Tieren gesehenen Filarien dürften mit den Erkrankungen der Menschen überhaupt nichts zu tun haben.

Literatur über Filaria kilimarae.

1898 Kolb, G., Die Filaria kilimarae in British Ost- Afrika, in: Arch. Schiffs- u. Tropenhyg. II. S. 2833

Dracuncuiosis (Dracontiasis).

Eine schon in vorchristlicher Zeit bekannte Erkrankung, die durch den Medinawurm, Guineawurm etc. (Dracunculus mcdincnsis [YelsctiJ Cobbold Filaria medincnsis autt. = Dracunculuspcrsarum Kämpfer u. A.) hervorgerufen wird.

Ihr Verbreitungsbezirk ist hauptsächlich die östliche H albkugel, Britisch-Indien, Turkestan, die Küsten des persischen Golfes, die arabische Halbinsel, ferner das nördlich des Äquators gelegene tropische Afrika von Abessinien, Djibuti an durch den Sudan bis zur Westküste und zur Senegalmündung nördlich. In Egypten kommen nur gelegentlich aus dem Sudan importierte Fälle zur Beobachtung. Näher am Äquator und südlich des­selben scheint der Wurm zu fehlen; so fand ihn Plehn schon in Kamerun nur bei den von nördlicheren Teilen der Küste importierten Dahome-, Lagos- und Sierra Leone-Leuten,