Von Würmern und Arthropoden hervorgerufene Erkrankungen.
179
oder Jahren wiederzukehren. Nach Aussage einer Patientin Manson’s soll die Rötung und Schwellung nur eine Folge des Reibens sein, m't dem die Befallenen auf die Irritation reagieren. Ein Zusammenhang der Geschwülste mit Filaria loa wird wohl hauptsächlich aus geographischen Gründen angenommen, da Bluttilarien in den betreffenden Fällen bisher nicht beobachtet wurden. Blanc-hard macht auf die Ähnlichkeit der Symptome mit den von Hypoderma lineata (der subkutan wandernden Larve einer Fliege) hervorgerufenen aufmerksam; dem widerspricht indessen die Schmerzlosigkeit der .Kamerunschwellungen' und die Tatsache, daß die Fliegenlarven nicht jahrelang leben, sondern gewöhnlich nach einigen Monaten in einem Abzeß nach außen durchbrechen, was für die Kalabargeschwülste nicht berichtet wird. Eher erinnern diese an die Schwellungen, welche in einigen Fällen bei Anwesenheit von Sparyanum mansoni beobachtet wurden.
Literatur über Filaria loa.
Bis 1898 bei Huber, Bibliographie d. klin. Helminthol. Supplementheft. Jena 1898. S. 3-5.
1899 Blanchard, R., Nouveau cas de Filaria loa, in: Arch. Parasit. II. Nr. 4. Okt.
S. 504—34. (Ebenfalls Verzeichnis über die frühere Literatur.)
1904 Brumpt, E., La Filaria loa, Guyot, est la forme adulte de la microfilaire ddsignee vous le non de Filaria diurna Manson, in: C. R. Soc. Biol. Paris. LVI. Nr. 13. S. 630.
1903 Fenton, F., A specimen of Filaria loa presented at the meeting of the Pathol. Soc. of Toronto Hee. 1899, in: Brit. med. Journ. Nov. 14. S. 1265.
Krämer, A., Die tierischen Schmarotzer des Auges, in : Graefe-Saemisch, Handbuch der gesamten Augenheilkunde. II. T. X. Bd. XVIII. Kap. S. 64—71.
1904 Looss, A.. Zur Kenntnis des Baues der Filaria loa, in: Zool. Jahrb. Syst. XX. S. 549—74.
1903 Ozzard, A. F., Filaria loa , in: Journ. trop. Med. VI. Nr. 9. May 1. S. 139. Berichtigung hierzu von Thompstone, ibid. Nr. 10. May 15.
1899 Yarr, M. T., The Filariae of the eye, in: Journ. trop. Med. Febr. Filaria loa. S. 176—177.
1904 Habershou, J. H., Calaba.i swellings on the upper Congo, in: Journ. trop. Med.
VII. Nr. 1. S. 3 (auf Filaria loa zurückgeführt). ,
1903 Joseph, E., Medizinische Mitteilungen aus unseren westafrikanischen Kolonien
(Kamerunschwellungen), in: Dtsch. med. Wschr. Nr. 8. 19. Febr. S. 145.
1904 Kerr, T. S., Galabar swelling and its relationship to Filaria loa and diurna, in: Journ. trop. Med. VII. Nr. 13. S. 195—96.
1903 Manson, Sir P., Calabar swellings on the upper Congo, in: Journ. trop. Med. VI. Nr. 22. Nov. 16. S. 347.
1898 Plehn, Fr., Die Kamerunküste. Studien zur Klimatologie, Physiologie und Pathologie in den Tropen. Berlin. S. 296.
1894 Thompstone, S. W., Calabar swellings, in: Journ. trop. Med. I. Nov. S. 89—90.
l'ilaria volrulus Leuckart 1893 .
Eine anscheinend selbständige, aber zurzeit noch ungenügend bekannte Art, die auf Westafrika (Goldküste, Dahomey, Sierra Leone) beschränkt zu sein scheint. Sie veranlaßt bis taubeneigroße Geschwülste, die an den verschiedensten Stellen äußerlich am Körper auftreten und (in von Prout beobachteten Fällen) mit vagen Schmerzen, sowie gelegentlichen unregelmäßigen Temperatursteigerungen verbunden waren.
Nach Labadie-Lagrave sollen die von den Würmern bewohnten Tumoren aus veränderten Lymphgefäßen hervorgehen, doch ist es unsicher, ob ihre Beobachtungen sich tatsächlich auf Filaria volvulus beziehen. Im Inneren der Tumoren finden sich (Prout), in eine grünliche, eiterähnliche Flüssigkeit eingebettet, dicht zusammengeknäuelte, fadenartige Würmer, die nach Leuckart’s erster Angabe im Männchen 30—35 Centi- meter, im Weibchen 60—70 cm messen sollen; dagegen gibt Prout für das Männchen nur 3—3,35 cm bei 0,44 mm Dicke, für das Weibchen (an Bruchstücken gemessen)
12 *