] 54
Prof. Dr. A. Looss.
Achsel, im ScAitPA’scheu Dreieck und im HuxTER’schen Kanal) und konnte in allen Fällen gleichzeitig Filarienlarven im Blute nachweisen.
Eine spezitische Behandlung erfordern die Abszesse nicht, doch sah Maxwell auf ihre Heilung so oft elephantiatische Anfälle folgen, daß er sie für die erste Manifestation derselben hält. Einen ähnlichen Zusammenhang vermutet Kexnarii auch bei tiefliegenden Abszessen, die sich durch bedeutende Größe auszeichnen, anfangs wenig, später dagegen sehr schmerzhaft sind, sich fluktuierend anfühlen und bei der Eröffnung einen zähen, geruchlosen oder leicht süßlich riechenden, mit Blutcoagulis untermischten Eiter entleeren. Liegen solche Abszesse sehr tief, dann sind sie unter Umständen nur an den Schmerzen, vielleicht noch leichtem Fieber diagnostizierbar, führen aber, wenn sie in die Körperhöhlen aufbrechen, zu schweren Folgen. Nach Maxson sollte in Gegenden, wo die Filaria häufig ist, beim Auftreten der letztgenannten Symptome stets an tiefliegende Filaria- abszesse gedacht werden.
V a r i c e n der Lymphgefäße
werden bei Filariakrankheit nicht selten oberflächlich (am Bauche, den Beinen, Armen etc.) gelegen, oder mehr in der Tiefe beobachtet. Kommt es im ersteren Falle zu Rupturen der erweiterten Gefäße, dann entstehen Lymphorrhagien; Lewis berichtet über einen Fall, wo eine reichliche chylöse' Flüssigkeit aus der Konjunktiva beider Augen abfloß; dieselbe enthielt zahlreiche Filarienlarven, welche im Blute und im Urin ebenfalls nachgewiesen werden konnten. Maxson interpretiert diesen Fall in der oben angedeuteten Weise. Auch in der Tränenflüssigkeit und im Sekrete der MEiBomi’schen Drüsen sind gelegentlich Filarienlarven gefunden worden, vielleicht ebenfalls von Lymphorrhagien herrührend.
Beukema in Nagasaki beschreibt einen Fall von Lungenparagonimiasis, in dem sich, bei gleichzeitiger Abwesenheit jeglicher anderer Symptome von Filariasis, in den blutigen Sputis neben den Distomeneiern auch zahlreiche lebende Nematodenlarven vorfanden. Der Autor hält dieselben für zu Filaria bancrnfti gehörig, was ganz zweifelhaft erscheint. Weit eher dürfte es sich liier um die Larven eines in den Menschen verirrten Lungen- strongyliden gehandelt haben; ähnlich der von Bristowe und Rainey beschriebenen „Filaria trachealis u , in der man die Larven von Strongylus paradoxus Mehlis vermutet.
Nach Maxsox, Maitlaxd, Daniels bleiben nach lymphaugitischen Anfällen die betroffen gewesenen Lymphgefäße etwas verdickt, und zeigen nach Exzision hier und da kleine Erweiterungen. In diesen wurden wiederholt, lebendig oder tot, erwachsene Filarien gefunden.
Seltenere Erkrankungsformeu, deren filarielle Natur zum Teil noch zweifelhaft ist, sind chylöser Ascites, chylöse Diarrhöe, und eine von Maitlaxd beobachtete akute Synovitis der Kniegelenke.
Neuerdings vorgenommene Untersuchungen des Blutes von Filariaträgern haben ausgesprochene Leucocytosis mit besonderer Vermehrung der Lymphocyten und eosinophilen Zellen ergeben. Die von den Autoren gefundenen Zahlen schwanken im einzelnen, für die Lymphocyten zwischen 24 und 48 %, für die eosinophilen Zellen in der Hauptsache zwischen 8 und 18 °/ 0 ; einen ungewöhnlich hohen Prozentsatz (von 70 °/ 0 ) gibt Remi.inger an. In Fällen von Elephantiasis ohne Filarien fand Tribondeau nur Vermehrung der Lymphocyten (Mittel aus 3 F’ällen 56 %, eosinophile 0,75 %).
Von Giu.land und Calvert bei denselben Kranken in kürzeren Zwischenräumen wiederholte Zählungen ergaben, daß die Eosinophilie mit dem Auftreten der Fllaria- larven im Blute zu- und mit dem Verschwinden derselben wieder abnimmt.