Von Würmern und Arthropoden hervorgerufene Erkrankungen
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Behandlung. Von allen filariellen Erkrankungen ist die Chylurie einer medikamentösen Behandlung am leichtesten zugänglich. Neben dem früher empfohlenen Oleum santali (Soxsixo) und Methylenblau (Flixt, 0,12 g vierstündlich) sind neuerdings mit gutem Erfolge angewandt worden von Moxcohvo Ichthyol in Pillen- form (mit oder 1 g pro Tag beginnend und nach einigen Tagen auf 2 g steigend), von Remlixger und Hodara Bey Terpentin in Kapseln (0,5—1,5 g pro die) bei gleichzeitiger Ausspülung der Blase mit Sol. argent. nitr. 1 2000 bis 1 500 steigend. Andere Autoren legen größeren Wert auf absolute Bettruhe bei erhöhter Lagerung des Beckens und reichen bei Beschränkung vor allem fettiger Nahrung nur leichte Abführmittel.
Orchitis
ist eine im Verlaufe der Filariasis namentlich im Osten relativ häufig beobachtete, in akuten Anfällen auftretende Erkrankungsform. Die Anfälle können isoliert und dann nicht selten an Stelle anderer filarieller Erkrankungen, oder in wechselnden Intervallen sich wiederholend eintreten und pflegen unter den oben beschriebenen Erscheinungen des Elephantoid fever zu beginnen, führen aber zu einer sehr schnellen, äußerst schmerzhaften und mit oft beträchtlicher Schwellung verbundenen Entzündung der Hoden, an der gewöhnlich Nebenhoden, Samenstränge, gelegentlich auch das ganze Scrotum teilnehmen. Alle Erscheinungen, zu denen sich häufig Kopfschmerzen, Erbrechen und dergl. gesellen, verschwinden nach kurzer Zeit meist ebenso schnell wieder, wie sie gekommen, und es bleiben nur Flüssigkeitsergüsse in die Tunica vaginalis zurück, welche, besonders wenn sie chylöser Natur sind, nicht wieder völlig resorbiert werden, sondern allmählich in Chylocele übergehen.
Nach Mansox ist diese Orchitis von französischen und englisch-indischen Autoren irrtümlicherweise als Folgeerscheinung der Malaria interpretiert wmrden; abgesehen aber davon, daß die gleiche Orchitis auch in malariafreien Gegenden vorkommt. weist der Umstand, daß Milzvergrößerung und Anämie bei ihr fehlen, während Filarien im Blute häufig nachweisbar sind, auf einen filariellen Ursprung hin.
Chylocele (Linfocele Soxsixo).
Eine sehr häufige Erkrankungsform, die selten ganz selbständig, häufiger in Gemeinschaft mit varikösen Leistendrüsen, Lymphscrotiun, Orchitis etc. oder endlich als Folge derselben auftritt. Die Chylocele erreicht selten eine bedeutende Grüße; von gewöhnlicher Hydrocele unterscheidet sie sich nach de Magai.häes schon äußerlich dadurch, daß sie morgens stets schlaff ist, und selbst am Tage nie so gespannt wird, wie jene. Ihr Inhalt besteht nicht aus der klaren strohgelben, sondern einer milchigen, rötlichen, nach der Entnahme schnell (aber nicht immer) koagulierenden Flüssigkeit, in der meist massenhafte F i 1 a r i e n 1 a r v e n enthalten sind.
Die Behandlung ist die der gewöhnlichen Hydrocele; Maitlaxd empfiehlt, den nach der Entfernung der Coagula bleibenden Hohlraum mit Jodoformgaze auszufüllen.
Abszesse
treten bei filariellen Erkrankungen an den befallenen Organen häufig auf, ohne deshalb spezifisch filariellen Ursprungs sein zu müssen. Ab und zu sind in den Abszessen aller Reste abgestorbener, erwachsener Filarien gefunden worden (Mansox, Mackexzie), so daß die Annahme eines kausalen Zusammenhanges zwischen dem Absterben der Würmer und der Entstehung der Abszesse in diesen Fällen nahe liegt. Maxwell beobachtete die Abszesse sehr häufig am Scrotum (seltener in der