Part 
Bd. 1 (1905)
Place and Date of Creation
Page
151
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

Von Würmern und Arthropoden hervorgerufene Erkrankungen.

151

des Scrotums einhergellt. Die Anfälle wiederholen sich in wechselnden Zwischen­räumen, bleiben nach Beobachtungen von Primrose aber aus, solange sich die Patienten in kühleren Klimaten aufhalten. Mit der Zeit hinterlassen sie eine deut­liche dauernde Schwellung des Scrotums, auf dessen lederartig werdender Oberfläche sich dann helle Bläschen verschiedener Größe bilden. Dieselben öffnen sich zum Teil spontan und lassen (ebenso wie künstlich geöffnete) eine schnell coagulierende, lymphatische Flüssigkeit oft in großer Menge und durch längere Zeit hindurch aus­fließen. Diese Flüssigkeit enthält in der Kegel Filarialarven, gelegentlich auch Eier (Maxsox); meist sind die Larven gleichzeitig auch im Blute vorhanden. Das sulzig weiche Gewebe im Inneren des Scrotums zeigt beim Aufschneiden zahlreiche, erweiterte, untereinander anastomosierende und mit Lymphe gefüllte Hohlräume.

Behandlung. Lymphscrotum an sich ist nicht direkt gefährlich, kann aber aus mechanischen Gründen unbequem, und bei lang andauernden Lymphorrhagien direkt schädigend für den Organismus werden. Es ist ferner häufig der Sitz von Abszessen und die anscheinende Ursache von lymphangitisehen Anfällen, infolge deren es in Elephantiasis scroti übergehen kann, ln solchen Fällen wird die operative Entfernung für angezeigt gehalten; im anderen Falle ist nur peinliche Reinhaltung und Schutz des Scrotums vor Insulten durch Suspension nötig. Bei der Operation wird nach Maxsox das Scrotuni straff nach abwärts gezogen, die Hoden soweit als möglich nach vorn geschoben und die erkrankte Masse abgetrennt. Auch hier ist es von Wichtigkeit, daß nichts von der letzteren stehen bleibt; die Bedeckung der Hoden kann aus der Haut der Oberschenkel gebildet werden. Die Wunde heilt gewöhnlich schnell; als Folgen stellen sich freilich oft Chylurie und Elephantiasis der Beine ein; Primrose sah nach der Operation Anfälle von Ele- phantoid fever auftreten.

Variköse Leistendrüsen.

Varicose groin glands (Maxsox), Helmiuthoma elastieum (Baxcroft)

sind eine häufige Begleiterscheinung des Lymphscrotums, treten aber auch allein und mit anderen filariellen Erkrankungen vereint auf. Sie finden sich bald beider­seitig, bald nur einseitig, bald sind nur die inguinalen, bald nur die femoralen, bald alle Drüsen zusammen betroffen. Die Lymphgefäße der Oberschenkel und des Samenstranges können in Mitleidenschaft gezogen werden.

Viel seltener werden die Achseldrüsen von der Erkrankung betroffen.

Die Schwellung wird von den Patienten meist erst bemerkt, wenn die Drüsen eine gewisse Größe (gelegentlich bis Faustgröße) erreicht haben und bei den Be­wegungen hinderlich werden. Dann tritt auch bei körperlichen Anstrengungen, ebenso bei heißem Wetter eine Vergrößerung und Spannung ein, auch können die Drüsen bei lymphangitisehen Anfällen mit ergriffen und mehr oder minder schmerz­haft werden. Sie fühlen sich meist elastisch weich an und erscheinen schwach ge­lappt, können aber auch ganz oder teilweise verhärtet sein. Sie haften fest an ihrer Unterlage, während die darüberliegende, normal aussehende Haut leicht über sie hinweg gleitet; innerlich bestehen sie fast ausschließlich aus varikös erweiterten Lymphgefäßen, die kontinuierlich mit denen der Bauchorgane Zusammenhängen.

Diagnose. Nach Maxsox sind die varikösen Leistendrüsen leicht mit Hernien zu verwechseln, doch ist die Koexistenz anderer filarieller Erkrankungen meist schon bezeichnend für ihre Natur. Ein für sie charakteristisches Verhalten hat de Magai.häes beobachtet: läßt man den Patienten mit etwas erhöhtem Gesäß liegen, dann verschwindet die Schwellung allmählich, kehrt aber langsam zurück auch dann, wenn man den Kranken sich wieder erheben läßt während man die Hand auf die Stelle der Geschwulst aufdrückt. Der Inhalt der varikösen Leisten-