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Prof. I)r. A. Looss.
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Das von den verschiedenen Autoren dabei angewandte Verfahren ist nicht durchgängig das gleiche, läuft aber im wesentlichen darauf hinaus, daß nach vorausgegangener Hochlegung des Scrotums (behufs möglichsten Abflußes aller Flüssigkeit) zunächst zur Verhinderung der Blutung eine elastische Ligatur um den Hals der Geschwulst appliziert und darauf die allgemeinen Abtrennungslinien festgelegt werden, wobei je nach den Umständen Hautlappen verschiedener Form für die spätere Bedeckung der Hoden und des Penis stehen bleiben. Eine Hauptsache ist, daß nur im absolut gesunden Gewebe gearbeitet wird, da sonst früher oder später Rezidive so gut wie sicher sind. Nach Auslösung des Penis und der Hoden — falls diese nicht bereits degeneriert sind — wird zuletzt der Tumor unter Schonung der Perinealfascie abgetrennt. Die Vernähung der stehengelassenen Hautlappen, im anderen Falle der Ränder der Schenkelhaut, ergibt in der Regel eine T- oder Y förmige Naht, in welcher der Penis seinen Platz an der Vereinigungsstelle der Linien des T oder Y erhält. Beim Verbinden empfiehlt Maxson faserige Stoffe nicht direkt auf die frische Wunde zu applizieren, da diese festkleben und nur schwer und unter Schmerzen für den Patienten wieder zu entfernen sind. Zur Bedeckung des Penis dienen im Notfälle Hauttransplantationen ; es ist darauf zu achten, daß er nicht an Teile der Wunde anwächst.
Eine ausführliche, auf 140 geheilte Fälle verschiedener Art gegründete Darstellung seines Verfahrens gibt Charles.
Die Prognose der Amputation ist im allgemeinen günstig, doch kommen Rezidive vor, wenn nicht im vollständig gesunden Gewebe operiert wurde, resp. werden konnte.
Was die Elephantiasis der übrigen oben aufgezählten Körperteile anlangt, so können Tumoren der weiblichen Genitalien ebenfalls eine bedeutende, aber anscheinend nur selten jene enorme Größe derjenigen der männlichen erreichen. Nach Mohamed Ali Bey sah de Souza Moral in Rio de Janeiro eine elephantiatische Geschwulst des rechten Labium majus, welche bei stehender Haltung der Patientin den Boden berührte. Elephantiatisch entartete Mammae können unter Umständen bis auf die Oberschenkel herabreichen. Bei Elephantiasis der Haut bilden sich an verschiedenen Stellen, am häufigsten den Oberschenkeln, nach außen vorspringende, mehr oder weniger deutlich gestielte Tumoren, die manchmal und in manchen Gegenden (Fidschiinseln, Oceanien, besonders Tahiti) ebenfalls ansehnliche Größe erreichen. Die Behandlung dieser Formen der Elephantiasis erfolgt nach denselben Gesichtspunkten, wie die der übrigen elephantiatisclien Geschwülste.
In allen ausgeprägten Fällen von Elephantiasis sind nach Maxsox junge Filarien in der Regel weder im Blute noch in den Flüssigkeiten der erkrankten Organe nachzuweisen. Indessen kommen hiervon doch nicht selten Ausnahmen vor; so fand Low in St. Kitts, Westindien, die Filarien dreimal unter 14 Elephautiatikern (= ca. 21%) und Triihixdeau auf Tahiti konstatierte ihre Anwesenheit sogar bei ca. 30% (von G2 Kranken), bemerkenswerterweise aber im Blute der Fingerspitzen und Ohrläppchen in größerer Zahl, als im Blute der erkrankten Körperteile.
Nicht selten geht, wie schon erwähnt, die Elephantiasis scroti hervor aus dem
Ly mphscrot um.
Dasselbe tritt entweder isoliert, häufiger aber mit varikösen Leistendrüsen (ein- oder beiderseitigen) vereint auf. Reibung des Scrotums an den Kleidern etc. werden als unmittelbare Ursachen seiner Entstehung angenommen. Es beginnt, gelegentlich durch Schmerzen in den Leistendrüsen angemeldet und durch einen Schüttelfrost eingeleitet mit einem Fieberanfall, mit dem Rötung und Schwellung
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