Von Würmern und Arthropoden hervorgerufene Erkrankungen.
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Kratzen, Insektenstiche etc. als direkte Anlässe der lymphangitisclien Anfälle nachgewiesen werdeu.
Als Behandlung werden empfohlen Milchdiät, Ruhe und Iloclilegen des betroffenen Gliedes, kühle Waschungen mit schwachen Antisepticis oder warme Bähungen; wenn die Spannung sehr stark ist, hält Maxson Inzisionen in das geschwollene Gebiet mit, soweit ausführbar, nachfolgender fester Bandagierung für angezeigt.
Elephantiasis arabum.
Wie erwähnt, gehen die mit den lymphangitisclien Anfällen verbundenen Schwellungen nicht wieder ganz zurück; es fügt vielmehr jeder der schon vorhanden gewesenen eine neue hinzu, und es entstehen so schrittweise jene enormen Deformationen, welche man beobachtet hat. Nur ab und zu hinterlassen die ersten Anfälle noch keine dauernden Schwellungen, auch kann das Weiterwachstum der Geschwulst nach einer Anzahl von Anfällen ein kontinuierliches werden.
Die Elephantiasis tritt in der Mehrzahl der Fälle an den Beinen auf: sehr häufig wird das Sero tum, seltener Arme, Vulva, Mammae und umschriebene Teile der Haut des Rumpfes oder der Extremitäten befallen. Die deformierten Partien gehen stets ohne scharfe Grenze in die gesunden über. Für alle elephantiatischen Geschwülste charakteristisch ist eine ungemein verdickte Haut mit rauher und harter Oberfläche, spärlichem aber grobem Haarwuchs und verdickten, mißgestalteten Nägeln. Sie reagiert auf Eindrücke mit dem Finger nicht oder nur wenig und läßt sich gegen die unter ihr liegenden Teile nicht frei verschieben. Um die Gelenke bildet sie tiefe Einschnitte, so daß, da Muskeln, Nerven und Knochen nicht mit entarten, eine beschränkte Beweglichkeit des Gliedes erhalten bleibt. Das Unterhautbindegewebe ist ebenfalls stark hypertrophisch, mit seröser Flüssigkeit durchsetzt und von schwammigem Aussehen. (Siehe Tafel VIII.)
Als Behandlung der Elephantiasis der Beine empfehlen die Autoren außer Hochlegung des Gliedes ständige Anwendung elastischer Binden, sowie Massage; eine Unterbindung der Femoralarterie wird für nutzlos und sogar gefährlich erklärt. In weit vorgeschrittenen Fällen hat Maxsox gute Resultate erzielt durch Ausschneiden von 8—10 cm breiten und fußlangen, longitudinalen Hautstreifen: während der Anfälle vermindert er die Spannung durch Einstiche mit der Lanzette. Da selbst leichte äußere Anlässe die Anfälle hervorrufen, so ist möglichste Schonung des erkrankten Gliedes anzuraten.
Die Elephantiasis des Serotunis, nach Blaxciiard zuerst 1714 von Dioxis beschrieben, kann unter Umständen ebenfalls einen kolossalen Grad erreichen; Tumoren von 10—25, ja 20—60 kg (Clot Bey) sind nichts Ungewöhnliches; der größte bisher operierte soll 224 Pfund engl, gewogen haben. In pathologisch- anatomischer Hinsicht verhält sich die Elephantiasis des Scrotums wie die der Beine. Die beträchtlich verdickte, harte Haut wird nach der Basis des Scrotums zu allmählich dünner; im Innern findet sich ein schwammiges, mit seröser Flüssigkeit gefülltes, gelblich gefärbtes, gelegentlich kolloid degeneriertes oder mit Fett imprägniertes Bindegewebe, in welches Hoden und Penis eingebettet liegen, letzterer meist tief in das Innere zurückgezogen und durch das umgestülpte und zu einem Kanäle umgeformte Präputium mit der Oberfläche des Tumors verbunden. Manchmal kann der Penis auch frei liegen und seine Haut ist dann ebenfalls verdickt und verhärtet. Penis und Hoden können mehr oder minder degeneriert sein. Arterien und Venen sind von beträchtlicher Weite.
Trotz ihrer Größe sind die Tumoren im allgemeinen, und wenn sie nicht zum Sitz von Abszessen und Gangränbildung werden, nicht lebensgefährlich, sondern nur unbequem. Ihre Behandlung kann nur in operativer Entfernung bestehen.