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Die koloniale Rechtspflege und ihre Emanzipation vom Konsularrecht / von Ludwig Sieglin
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In den einzelnen Kolonien.

1. Deutsch-Ostafrika.

Die einschlägigen Rechtsverhältnisse sind im wesentlichen ge­regelt durch die Allerhöchste Verordnung betr.Kronland in Ostafrika vom 26. November 1895 *) nebst Ausführungsverfügung des Reichskanzlers vom 27. November 1895-), durch die Verord­nungen des Gouverneurs vom 1. September 1891,«) 27. Februar 1894^) und 4. Dezember 1896«), sowie durch die Runderlasse des Gouverneurs vom 22. Ianuar 1900,«) 29. April 1900') und 8. August 1904.«)

ch Alles Land, soweit nicht nachweisbare Eigentumsansprüche oder sonstige dingliche Ansprüche von Privaten oder juristischen Personen, von Häuptlingen oder unter den Eingeborenen be­stehenden Gemeinschaften sowie die durch Verträge mit der Kaiser­lichen Regierung begründeten Okkupationsrechte Dritter ent­gegenstehen, ist zu herrenlosem Land und als solches zu Kronland erklärt.«) Die Ermittelung des herrenlosen Landes erfolgt durch sog. Landkommissionen. Diese haben es auch namens der Regierung als Kronland in Besitz zu nehmen.")

Bei der Feststellung und Inbesitznahme des Kronlandes ist aus die Bedürfnisse der Eingeborenen weitgehende Rücksicht zu

h D. K. G. II, S. 200 ff. 2) D. K. G. II. S. 202 ff.

«) D. 6. G. I. S. 379. «) D. 6. G. II. S. 79.

b) D. 6. G. II, S. 317. «) D. K. G. V. S. 19 f.

h D. 6. G. VI, S. 244 ff. Diesem Runderlasse des Gouv. ist als Anlage eine Verordnung vom gleichen Tage beigefügt.

^ D. K. G. VIII, S. 208.

«) Kais. V. betr. Kronland in O. A. vom 26. Nov. 1895, 8 1- Ebenda § 4.

") Ebenda 8 2 u. Runderlatz des Gouv. v. 29. April 1900, D. 6. G. VI, S. 245.