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Die Bevölkerungsverhältnisse der Britischen Kolonialstaaten in Australien unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Einflüsse / von Bodo Langenstraßen
Entstehung
Seite
107
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C. Die Bevölkerung Queenslands.

Hei einer Betrachtung der Ursachen für die Bevölkerungs­vermehrung in Queensland finden wir zunächst eine beträcht­liche assistierte Einwanderung. Eingehende Nachweise über Art und Höhe der Unterstützung in den einzelnen Jahren habe ich nicht gefunden. Nur so viel geht aus allen Berichten hervor, d.ß sie besonders in den 80er Jahren dem Lande eine große Menschenmenge zuführte. So sagt Coghlan (Lit. 16), daß die queensländische Regierung vor 1881 etwa 52 399 Per­sonen unterstützte, von 18811903 aber 117 139 und an anderer Stelle (Lit. 18. II. s. 879) gibt er für die Jahre 1881 bis 1891 die Zahl 103 140.

Im Jahre 1891 hörte die assistierte Einwanderung offiziell auf, doch haben auch später noch zahlreiche Nominationen stattgefnnden, so 1906 noch in 344 Fällen. Im ganzen gewann Queensland durch unterstützte Einwanderung 169 538 Personen bis 1903 und bis 1906 (nach Knibbs) 170 297. Die größte Höhe wurde wohl im Jahre 1883 mit 25 245 Personen erreicht, das folgende Jahr zählt nur 14 719 (1881: 3 041).

Maßgebend für das Aufhören der Unterstützung war die Überfüllung des Arbeitsmarktes, und die Erwägung, daß zahl­reiche Unterstützte in die Nachbarkolonien weiter wandelten. Der Census von 1891 wies gegen 1881 eine Zunahme der Be­völkerung um 102 776 Personen aus dem Überschuß der Ein­wanderung über die Auswanderung nach, obwohl doch 103 140 Personen unterstüzt worden waren und auch eine große freie Einwanderung stattgefunden hatte.

Für freiwillige Einwanderer bietet das Land, abge­sehen von den Goldfeldern, im allgemeinen wenig lockende Aussichten, daher finden wir in der letzten Zeit ein wenn auch nur geringes Überwiegen der Auswanderung. Wie sich die Wanderungszahlen im einzelnen auf die Geschlechter verteilen, darüber habe ich nichts in Erfahrung bringen können. Aus dem Umstande, daß das Mißverhältnis nur langsam abnimmt, kann man wohl auf eine Bevorzugung des männlichen Ge­schlechts schließen. Das zeigt auch die folgende Tabelle über die Wanderungsergebnisse innerhalb von je 5 Jahren (nach Knibbs):