Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1915)
Entstehung
Seite
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rotundus, Cassia mimosoides, jussieua pilosa u. a. Typhonodorum Lind- leyanum ist von der ostafrikanischen Festlandsküste nicht bekannt, kommt dagegen auf Madagaskar vor.

Ufergehölze (Galeriewald) des ostafrikanischen Küstenlandes.

Allgemeiner Charakter. Baumbestände oder Gebüsche sind meist auch an den Bächen des Küstenlandes wohl entwickelt (Taf. 14). Die vorherrschende Charakterpflanze dieser Uferghölze ist Barring- tonia racemosa, welche meist 56 m hoch fast Baum an Baum die Ufer säumt und durch ihre prächtigen, langen Blütentrauben zugleich der Formation den schönsten Schmuck verleiht. Die spärlich beblätterten Äste und Zweige des Baumes sind vielfach mit Schlingpflanzen behängen und stellenweise von diesen fast vollständig verdeckt. Häufig ist unter diesen eine großblätterige Gummi-Liane, Landolphia comorensis var. florida, mit orangegroßen kugeligen Früchten und weißen, duf­tenden Blüten. Nicht selten ist auch Paulinia pinnata, ein zu den Sapindaceen gehörender Kletterstrauch mit gefiederten Blättern und Blü­tentrauben, die mit spiraliger Doppelranke versehen sind. Auffallende große, purpurfarbene Glockenblüten hat die Apocynacee Strophantus Cour- montii (?), ein mit langen Zweigen sich stützender (nicht eigentlich schlingender) Strauch. Massenhaft kommt an manchen Stellen eine strau- chige, über und über mit weißen Infloreszenzen besetzte Composite vor, welche sich stützend bis vier oder mehr Meter in Barringtonia und ande­ren Bäumen hochklimmt und diese dicht überwuchert. Auch das mit langröhrigen weißen Blüten geschmückte Jasminum tettense, eine windende Pflanze mit kreuzweise gegenständigen dreiteiligen Blättern, treffen wir in dieser Formation an, ebenso die uns schon bekannte, mit den Blattspitzen rankende Flagellaria indica. Durch die großen, schönen, bogennervigen Blätter mit Treufelsspitze fällt unter den Lianen des Ufergebüsches ferner Dioscorea sansibarensis auf. Auch Hippocratea Volkensii wird als Liane des Uferwaldes der Küsten­region genannt. Endlich sei hier als charakteristisch für die Bachufer­vegetation noch die Passifloracee Adenia gummifera genannt, eine hochkletternde Pflanze mit handwurzeldicken, grünen Schlingstämmen und herzförmigen Blättern, womit die Zahl der dieser Formation eigen­tümlichen schlingenden Gewächse noch keineswegs erschöpft ist.

Von dikotylen Bäumen ist neben Barringtonia zunächst der nach der Form seiner großen Früchte sogenannte Leberwurstbaum, Kigelia aethiopica (Taf. 15 links) zu nennen, ebenfalls mit großen, auffallenden»

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