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3. Kapitel.
VEGETATION
des deutschostafrikanischen Küstenlandes und der vorgelagerten Inseln.
1 . Einleitung. VEGETATIONS-FORMATIONEN.
A nknüpfend an die Darstellung der klimatischen Verhältnisse des Küstenlandes von Deutsch-Ostafrika im vorigen Kapitel erinnern wir uns, daß der ganze Küstenstreif in das Gebiet des Baobabklimas nach dem von Koppen 1 aufgestellten System fällt. Dieses Baobabklima oder tropische Savannenklima ist folgendermaßen zu charakterisieren: Es fehlt eine kühle jahreszeit, auch die Temperatur des kältesten Monats hält sich über i 8 °C; mindestens während eines Monats im Jahre fällt reichlicher Regen, die Gesamtjahresmenge bleibt unter 2000 mm, und eine wenigstens zwei Monate währende Trockenzeit ist vorhanden; der Temperaturunterschied zwischen dem wärmsten und kältesten Monat kann bis zu 12° C betragen. Wir hatten ferner gesehen, daß die regenreicheren Küstenplätze des Nordens in besonders feuchten fahren die Bedingungen des Lianenklimas mit über 2000 mm Jahresregenmenge erfüllen, ln diesem Zusammenhänge ist es interessant, daß der Baobab oder Affenbrotbaum, Adansonia digitata, mit der ihn als auffallende Charakterpflanze beherbergenden Vegetationsformation in unserem Küstenstriche nur auf weniger günstigem Boden auftritt. Es ist die Busch - und Baumgrassteppe auf durchlässigem Sandboden der jungdiluvialen Küstenterrassen. Auf schwerem, tiefgründigem Boden treten im Küstengebiete Vegetationsformationen auf, die bei halbxerophilem Charakter als Übergangsformen zu den hygrophilen Gehölzen Ostafrikas anzusehen sind. Sie sind als Buschwald und »immergrüner Küstenbusch « 2 ausgebildet. Der Steppenwald (Miombowald) vertritt diese Formation strichweise auf nicht so gutem Boden oder unter schlechteren klimatischen Verhältnissen, wie der regenärmere Süden sie aufweist. Letztere Vegetationsform wird von Schimper 3 als Savannenwald
1 Köppen, Versuch einer Klassifikation der Klimate, vorzugsweise nach ihren Beziehungen zur Pflanzenwelt. Geographische Zeitschrift. Leipzig 1900 S. 593 und 657.
2 Engler, a. a. O. Teil. A.
3 A. F- W. Schimper; Pflanzengeographie auf physiologischer Grundlage. Jena 1898 S. 281 u. a.
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