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Zwanzig Jahre Kolonial-Politik : ein notwendiger Systemwechsel und der Reichstag / [F. Oloff]
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F. OLOFF tfc CO.

{ re men West-Afrika.

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Oloff, Bremen.

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Bremen, den 28. Januar 1905.

Ew. Exzellenz

beehre ich mich ganz ergebenst die anliegende Eingabe für den Reichstag zu überreichen. Es handelt sich darin um die unbedingt erforderliche Reor­ganisation der lokalen Verwaltung der deutschen Kolonien.

Ich glaube, berufen zu sein, mir ein Urteil über die einschlägigen Verhältnisse zu erlauben. Denn ich betreibe in Togo seit 16 Jahren ein Geschäft, das man ohne Übertreibung zu den bedeutendsten der in dieser Kolonie betriebenen Geschäfte rechnen darf. Ferner habe ich Handels­niederlassungen in den Nachbarkolonien, der Goldküsten-Kolonie und Dahomey fran^ais.

Ich selber habe früher in Togo und der Goldküsten-Kolonie von 18811892 gelebt und reise auch jetzt noch alle 23 Jahre mal selbst hin­über, zuletzt 1902.

Infolge meines Geschäftsbetriebes stehe ich natürlich in steter Fühlung mit der Kolonie und mit den kolonialen Behörden in Deutschland und in den Kolonien.

Ich gebe mich der Hoffnung hin, dass die in der Anlage gegebenen Erörterungen zur Aufklärung des hohen Hauses beitragen werden, umsomehr, als die amtlichen Vorlagen an einer zu grossen Breite und an der durch die Art der Berichterstattung gegebenen Einseitigkeit in der Vertretung des Stand­punktes der Verwaltungsbehörden leiden.

Ich bitte daher, meine Ausführungen geneigtest einer ernsten Prüfung zu unterziehen. Ich werde dabei ausschliesslich durch das Interesse für eine gesunde Entwickelung unserer vaterländischen Kolonien geleitet.

In ausgezeichneter Hochachtung

F. Oloff

Inhaber der FirmaJF. Oloff & Co.

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Präsidenten des deutschen Reichstages

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