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Der Baumwollbau in den deutschen Schutzgebieten : seine Entwicklung seit dem Jahre 1910 / hrsg. vom Reichskolonialamt
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hörte die Auswahl auf den Feldern auf. Von Insekten beschädigte Fasern wurden wahllos mitgeerntet; kam es doch nur darauf an, daß keine Frucht ungeerntet blieb, auch die minderwertige nicht.

Es kann nicht einmal gesagt werden, daß der Bauer darin unrecht tat. Ihm kam es nicht zum Bewußtsein, daß er die schlechten Kapseln eigentlich nicht miternten dürfe. Der Weiße, der so viel Kunststücke kennt, mochte wohl auch verstehen, aus harter, zusammengebackener, gelber Baumwolle noch eine gute Faser zu gewinnen.

Eine weitere Beschädigung der Baumwolle besorgen auch hier die Insekten. Unausgereifte Kapseln werden von Insekten oder deren Larven angestochen bzw. angefressen; die jungen Baumwollfasern werden dann ganz oder teilweise in ihrer Entwicklung gestört, sie verfärben sich gelb, und der Inhalt einer solchen Kapsel stellt manchmal ein höchst minderwertiges, wenig mehr nach Baumwolle aussehendes Produkt dar.

Durch Belehrung der Eingeborenen seitens der Bezirkslandwirte, der Bezirksämter, namentlich aber durch die Aufkäufer, und zwar durch Preisdifferenzierung je nach Qualität, wird jetzt darauf hingewirkt, daß der Bauer beschädigte und gute Baumwolle getrennt zum Kauf anbietet.

Nachdem schon die Baumwollernten der Jahre 1911 und 1912 nach Urteilen heimischer Sachverständiger aus Handel und Industrie eine erfreuliche Verbesserung in der Qualität der Togo-Baumwolle hatten erkennen lassen, ist nach maßgebendem Urteil aus dem Baumwollhandel nunmehr die Qualitätsfrage zur größten Zufriedenheit der heimischen Abnehmer gelöst und in ein Stadium der Stabili­tät eingetreten. Alle Baumwolle wird bereits an Ort und Stelle, vor dem ersten Verkauf in zwei Klassen gesondert und demgemäß gehandelt und bezahlt. Innerhalb dieser Klassen weist das Produkt eine er­freuliche Gleichmäßigkeit auf. Handel und Industrie können also jetzt mit zwei Typen von bestimmter Beschaffenheit rechnen. Es wird Sorge der Verwaltung sein, darüber zu wachen, daß hierin auch in Zukunft keine Änderung mehr eintritt.

2. Neuere Berichte aus den wichtigsten Anbaubezirken.

Aus an anderer Stelle dargelegten Gründen kommen für den Baum­wollbau im Schutzgebiet bis auf weiteres vornehmlich nur die Bezirke Atakpame, Misahöhe und Sokode in Betracht. Über die in den dortigen Anbaugebieten zurzeit herrschenden Verhältnisse der Baumwollkultur vermögen die neueren Berichte der Bezirkslandwirte einigen Aufschluß zu geben. Daher seien im folgenden Auszüge aus den vorliegenden Berichten mitgeteilt.