Bezüglich der schweren humosen Tonböden am Tschadsee, der sog. „Ferkiböden“, hegen nur Erfahrungen der Eingeborenen vor, die sich jedoch mit in anderen Ländern auf ähnlichen Böden gemachten Erfahrungen decken. Die Eingeborenen benutzen die nach der Überschwemmung freigewordenen Ferkiböden nicht für den Baumwollbau, weil sie wissen, daß die auf diesen sich entwickelnden Baumwollpflanzen zwar üppig ins Kraut schießen, aber zu wenig Kapseln ansetzen. Durch zweckmäßige Meliorationen wird es jedoch wahrscheinlich gelingen, auch diese Flächen später dem Baumwollbau nutzbar zu machen.
2. Klima.
Nach den vorliegenden Erfahrungen und den meteorologischen Beobachtungen sind aus klimatischen Gründen der Urwaldgürtel und davon namentlich die Küste, ferner das Grenzgebiet von Wald- und Grasland für den Baumwollbau ungeeignet. In großen Teilen des Graslands dagegen liegen die Verhältnisse günstig.
Im einzelnen ist über die im klimatischen Übergangsgebiet vom Waldland zum Grasland herrschenden Verhältnisse zu sagen, daß die Trockenzeit in Dschang, Bamenda und Jaunde zu kurz und zu unsicher in ihrem Eintreten ist, um sicheres, ungefährdetes Reifen der Baumwolle zu gewährleisten.
Joko hat wie Fumban und Kuti 3 und mehr Trockenmonate. Praktische Versuche müssen lehren, ob die vereinzelt in der Trockenzeit fallenden Regen die Baumwollernte beeinträchtigen können oder nicht. Liegen hier die Verhältnisse so wie während der Anbauperiode 1912/13 in Kuti, wo die Regen nachts fielen, und die Baumwolle morgens durch den Wind getrocknet wurde, bevor intensive Sonnenbestrahlung im Verein mit anhaftenden Regentropfen ungünstig einwirken konnte, so wird im Regenfall allein kein Hindernis zu erblicken sein.
Je weiter wir nach Norden gehen, nach Banjo, Ngaundere, Garua, Pittoa, Kusseri, desto markanter und sicherer hebt sich die Trockenperiode ab, womit bekanntlich — bei richtiger Wahl der Aussaatzeiten — für die Baumwollkultur besonders günstige klimatische Vorbedingungen gegeben sind.