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Sklavenhandel auf dem Seewege von Amerika aus nach Kamerun eingeführt wurden und von der Küste aus allmählich ihren Weg in das Innere gefunden haben. Zweifelhaft aber ist es, ob dieser Weg an der Küste des heutigen Kameruns begonnen hat. Das gilt insbesondere für die Einführung in die entlegeneren Gebiete des Graslandes, die noch bis zu Anfang des Jahrhunderts durch den breiten Urwaldgürtel gegen Handel und Verkehr von der Küste abgeschnitten waren.
Wahrscheinlich haben die amerikanischen Baumwollarten, wie auch andere Kulturgewächse der neuen Welt dorthin über Niger und Benue und den Sudan- (Haussah-) Handel Eingang gefunden. Für die indische Baumwolle steht die Einschleppung von Nordosten her über den zentralen Sudan wohl außer Zweifel.
Die vorstehend mitgeteilten botanischen Feststellungen sind auch insofern für die zukünftigen züchterischen Aufgaben von praktischer Bedeutung, als sich erwarten läßt, daß vielfache Vermischungen der alteingebürgerten Arten stattgefunden haben und daß die von den Eingeborenen angebauten „Landsorten" zum Teil wenigstens Bastarde darstellen. Ein typisches Beispiel dieser Art haben wir früher schon in der „Kpandu-Baumwolle“ in Togo kennen gelernt, einem Bastard zwischen peruanischer und Sea-Island-Baumwolle, der sich daselbst namentlich in den ersten Jahren der Versuchsarbeit wiederholt recht unliebsam bemerkbar gemacht hat. Die Versuchsstationen in Kamerun werden also beim Anbau 1 ) der eingebürgerten Landsorten auf deren Artreinheit und Beständigkeit besonders zu achten haben.
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C. Natürliche Vorbedingungen.
1. Boden.
Nach den bisher in Kuti (Bamum) gemachten Erfahrungen und nach dem allgemeinen Vorkommen der Baumwollkultur in Bamum und Tikar zu schließen eignen sich für den Baumwollbau die mittelschweren, sandigen Lehmböden basaltischen und gneisigen Ursprungs in diesen Gebieten, soweit sie nicht zu flachgründig sind. In Pittoa (Adamaua) haben sich ebenfalls die leichteren Bodenarten geeigneter als die schweren Überschwemmungsböden, namentlich soweit sie einen zu großen Tongehalt haben, erwiesen.
b Über die bis jetzt für die Anbauversuche herangezogenen Arten und Sorten ist Näheres in den Abschnitten über die Versuchsstationen Kuti und Pittoa gesagt (RKA.).