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Der Baumwollbau in den deutschen Schutzgebieten : seine Entwicklung seit dem Jahre 1910 / hrsg. vom Reichskolonialamt
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diesen Bezirken überhaupt eingestellt werden sollte. An anderen Stellen liefern die Uplandsorten sicherere Erträge, als die ägyptischen, weil sie gegen äußere Einflüsse mannigfacher Art widerstandsfähiger sind. Endlich aber hat sich mehrfach gezeigt, daß der Ertrag auf der Flächen­einheit bei Upland höher war, als bei ägyptischer, wobei selbstverständ­lich beide Sorten unter ihnen gleich zusagenden Bedingungen angebaut worden waren. Damit würde unter Umständen die Preisdifferenz für den Enderfolg vollständig ausgeglichen, wenn nicht sogar der Reingewinn bei Uplandkultur erhöht werden können. Die nächsten Jahre werden hierüber Aufschluß geben und eine sorgfältige und zuverlässige Rentabilitätsberechnung zulassen, sobald ein größeres Material von Ertragsziffern vorliegen wird. Hieran fehlt es im Baumwollbau des Schutzgebiets noch sehr. Jedenfalls aber wird die oben aufgeworfene Frage allerorts in erster Linie durch die natürlichen Vorbedingungen entschieden werden.

Über die Ausfuhr von Baumwollsaat können zuverlässige Zahlen noch nicht geliefert werden, weil dieses Produkt in der Ausfuhrstatistik des Schutzgebiets bisher nicht in einer eigenen Position aufgeführt wurde, sondern unter der gemeinsamen RubrikSämereien, Stecklinge, lebende Pflanzen, Pflanzenblätter, Futtermittel. In Zukunft soll das geändert werden. Jedenfalls aber läßt sich aus dem vorliegenden Zahlenmaterial entnehmen, daß die Ausfuhr von Baumwollsaat nahezu in gleichem Ver­hältnis zugenommen hat, wie die Ausfuhr von Baumwolle. Eine Ver­wendungsmöglichkeit zur Ölgewinnung besteht vorläufig im Schutz­gebiet nicht.

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9. Schlussbetrachtungen. Vergleich mit Uganda.

Das erfreuliche Ansteigen der Produktion in den letzten Jahren und die überwiegend gute Qualität der ostafrikanischen Baumwolle lassen für die Zukunft des Baumwollbaues in Ostafrika eine günstige Voraussage zu. Um Rückschläge namentlich in der Qualität und da­durch bis zu einem gewissen Grade auch in der Preisgestaltung zu ver­meiden, Rückschläge, wie sie vor einigen Jahren in Togo zu be­klagen waren, ist unverdrossene Fortführung der Versuchsarbeiten, ins­besondere der züchterischen Maßnahmen notwendig. Das Gouverne­ment und die Leiter der Versuchsstationen sind sich dessen voll bewußt und setzen alles daran, die Güte der Produkte nicht nur auf ihrer jetzigen Höhe zu erhalten, sondern sie immer weiter zu verbessern, unter gleich­zeitiger Beobachtung aller anderen, den Reinertrag beeinflussenden

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