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hier recht gut gedeiht, und es ist nicht ausgeschlossen, daß man sie auf den nicht rentierenden Kaffeepflanzungen bauen kann.
9. Santalum album L.
Der Sandelholzbaum gehört zu der kleinen Pflanzenfamilie der San teilet ccac, deren Mitglieder meist mit ihren parasitischen Wurzeln auf andere Bäume angewiesen sind oder wenigstens im Anfang zur Ernährung andere Pflanzen nötig haben. Aus dem in der Jugend weißen, im Alter gelblichen Holze wird das Sandelöl destilliert, das in ihm zu 2— 5 °/o enthalten ist. Sandelöl gewinnt man aber auch noch aus allerhand anderen Holzarten, die mit dem echten Sandelbaum gar nicht verwandt sind, und endlich bezeichnet man als Sandelhölzer sogar Färb- und Möbelhölzer, welche gar kein Öl enthalten. Zimmermann hat eine vollständige Zusammenstellung dieser Pflanzen in den »Mitteilungen aus dem B. L. I.« No. 25 (21. Mai 1904) gegeben.
Der echte Sandelbaum kommt hauptsächlich in Südindien in der Landschaft Mysore vor, daneben auch noch in Cochinchina, Java, Madura, Timor usw. Es sind kleine Bäume mit ziemlich schmalen, ganzrandigen Blättern, die im Alter von 25—30 Jahren genutzt werden. Die Regierung von Britisch-Indien hat ein Monopol auf die Bestände und läßt nur so viel schlagen, als der Weltmarkt nötig hat. Aus diesem Holz werden mannigfaltige Schnitzereien in Indien hergestellt, auch wird es im Lande massenhaft zu rituellen und kosmetischen Zwecken verwandt.
Das in Indien destillierte Öl ist braun und sehr mit brenzligen Stoffen verunreinigt, das in Europa destillierte hellgelb. Es wird in der Medizin verwandt, besonders als Mittel gegen Gonorrhoe. Das Indische Öl wird als Cos- meticum von Bombay als viafuta sandali in Zanzibar eingeführt, ebenso das Holz, das man auf einem Stein zerreibt, um mit dem gewonnenen Pulver zu parfümieren.
Manche Autoren behaupten, daß das Sandelholz den alten Ägyptern schon 17 Jahrhunderte v. Chr. bekannt war, und daß sie es zusammen mit Weihrauch, Myrrhe und Zimmt von den Häfen des südlichen Roten Meeres bezogen. Die Königin Makara (Hatsops, Hachepsu) der XVIII. Dynastie ließ aus dem Lande Punt, das wir in den südlichen Küstenländern des Roten Meeres und an der Nord-Somaliküste zu suchen haben, außer anderem die wohlriechenden Pflanzenprodukte ab, hekennu, juden, altem, khisit und die Hölzer thias, saas, mererit, tashops holen. Das khsit ist ziemlich sicher Zimmet gewesen, die anderen Namen sind aber nicht genau zu identifizieren. Das almuggim, das Salomon aus dem Lande Ophir holen ließ, ist nach Glasers Ansicht (Geographie S. 367) aber Storax gewesen, das ushu der Ägypter, eine Meinung, die ich nicht für sicher fundiert halten kann, denn Storax wächst kaum in Arabien, dessen Flora allerdings recht unbekannt ist.