XIII. Pflanzen, die ätherische Öle und Kampfer liefern.
1. Andropogon sp.
Eine ganze Reihe von den zur Gattung Andropogon gehörigen Gräsern enthalten in den Blättern oder Wurzeln ätherische Öle. Die Arten sind recht schwer zu unterscheiden, stellenweise handelt es sich bei den verschiedenen Sorten von Andropogon-Ölen vielleicht auch nur um Standortsvarietäten der Gräser, welche Öle mit etwas verschiedenen Eigenschaften enthalten. Ich führe die bekannten Sorten hier nach der Literatur auf, besonders nach O. Stapf, the oil Grasses of India and Ceylon. Bull, of Mise. Information. Kew. London 1906, S. 297.
a. Adropogon Schoenanthus Spreng, kommt von Nordafrika, Arabien, Indien bis Tibet vor, auch in Persien, Beludschistan und Abessinien. Es ist die herba schönanthi der alten Pharmazie und war den klassischen Völkern als schoinos aromaticus, juncus odoratus, schocnus bekannt, die sie zur Herstellung von Salbölen, Bereitung von duftenden Lagerstätten, zu Räucherungen usw. benützten. Auch nardc, stakte scheint man es genannt zu haben, wenn auch die eigentliche Narde wohl meist Nardostachys Jatamansi D. C.*) und Valeriana celtica gewesen sein mögen. Den alten Ägyptern war unsere Pflanze als taa oder tau bekannt, (dieser Name auch für Hordeum), sie ist jedenfalls in altägyptischen Gräbern gefunden. **) Die Araber nennen sie izkhir, idkhir, kilal-cl-mamum, tibu-el-makak , in
*) Nach Yule und Burneil kommt das den Alten bekannte Wort nard-us, nardos von Sanscrit nalada durch semitische Vermittelung, persisch nard, Sanscrit nada, ein Schilfrohr.
**) Das Gras ist in Särgen der Necropolis von Theben der 20ten und 2lten Dynastie gefunden (1200—1000 v. Chr.) Es ist später in der Ptolomaer Zeit als »aethiopisches Rohr, Cyperus des Westens« bekannt gewesen. Vielleicht war es das »kanch-boscm«, kaneh-hattobh der Juden. Hippocrates (460—375 v. Chr.) scheint es gekannt zu haben, Theophrast beschreibt eine Sorte schoinos »von der anderen Seite des Libanon«, ein andere aus Arabien. Dioscorides gibt Anweisungen für die Auswahl des Materials. Ausführlich behandelt Stapf a. a. O. S. 305 die Geschichte dieses Grases.