Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
Seite
383
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XII. Pflanzen, welche Öle und Fette liefern.

1. Allenblackia Stuhlmannii Engl.

ist ein hoher Urwaldbaum, der bisher in den Regenwäldern von Uluguru und Usambara gefunden ist. Er zeitigt mächtige, holzbraune Früchte, aus denen, wie bei vielen Guttiferen, zu denen er gehört, bei Verletzungen ein gelber Saft austritt. Sie enthalten eine Menge großer Kerne, welche ein Stearin artiges Fett enthalten, das man in Uluguru und Ukami gewinnt, in Usambara aber nicht kennt. Es kommt in Bast-Paketen bisweilen als Speisefett in Bagamoyo auf den Markt. In Uluguru nennt man den Baum mkanyi, in Usambara visambo.

Großen ökonomischen Nutzen hat das Fett bisher nicht gehabt.

2. Aleuritis triloba Forst.

(A. mollucana Willd). Der Lichtnuß-Baum, der zu den Wolfsmilchgewächsen gehört, kommt vereinzelt in Zanzibar und an der Küste in Anlagen vor. Bei Daressalam sind von mir eine ganze Menge gepflanzt worden, die sich gut ent­wickelten und reichlich Samen trugen. Der Baum stammt aus dem Sunda-Archipel, in Ostafrika ist er eine neue Einführung. Die Samen geben ein sehr feines Öl, das besonders von den Malern geschätzt sein soll! Es wird merkwürdigerweise im Handel auch »wood oi 1« genannt. Gewonnen wird es bei uns noch nicht, der Baum dient einstweilen nur zu Dekorationszwecken.

3. Arachis hypogaea L.

(Siehe Verbreitungskarte.)

Die Erdnußpflanze gehört in die Familie der Leguminosen; es ist ein niederes oder auf dem Boden liegendes Kraut mit paarig gefiederten Blättern und gelben Schmetterlingsblüten, die eine lange, fadenförmige Kelchröhre haben. Nach der Befruchtung verlängert sich die Blütenachse zu einem langen, Carpopodium ge­nannten Stiel, der sich zu Boden senkt und den nunmehr an seiner Spitze be-