Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
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befindlichen Bäumen, vordem dort eine Kaffeesaat aus anderen Ländern importiert war, und Rosen berichtet über ihn auch aus Harrar. Die Iuircht vor seiner Einschleppung ist demnach unbegründet. Seinetwegen, der 1869 zuerst be­obachtet wurde, verließen die Engländer bekanntlich Hals über Kopf die ganze Kaffeekultur in Ceylon.

Stellenweise tut ein Wurzelpilz, der auch anderen Bäumen schadet, in Usambara den Kaffeepflanzen Abbruch, ebenso eine weiße Wollaus, die an den Wurzeln lebt. Aber der schlimmste Feind der Kaffeekultur in Usambara ist der ungenügende Ertrag. Boden- und Klimaverhältnisse sind offenbar nicht so, daß die Pflanze ihr Optimum der Entwickelung findet.

Bedeutend günstiger für den Kaffeebau scheinen die Verhältnisse am Kili- mandjaro zu liegen, wo man nicht den aus der Verwitterung von Gneiß ent­standenen roten Boden hat, sondern ein Verwitterungsprodukt vulkanischer Materialien, die überall sehr nährstoffreich zu sein pflegen. Dort kann man auch reichliche Mengen von Stalldünger erhalten, denn die eingeborenen Wadjagga halten während eines großen Teil des Jahres ihr Vieh im Stall bei Fütterung meist mit Bananenblättern. Aber der verfügbare Boden ist in diesem dicht be­siedelten Lande beschränkt; so kommt es, daß die Pflanzungen dort nur klein sind. Und gerade dieser Umstand ist, wie ich oben erwähnte, vielleicht von be­sonderem Vorteil für den Kaffeebau. (Bei Harrar sollen die Kaffeegärten der Püngeborenen meist nur 100200 Bäume haben). Leider ist es mir nicht ge­lungen, trotz mehrfacher Anfragen, genaue Angaben über den Ertrag der Kaffee­bäume am Kilimandjaro zu erhalten. Man erzählte davon, daß der Baum im vierten Jahr durchschnittlich 4 Pfund ergäbe. Von einem Pflanzer Usambaras, der sich kurz am Kilimandjaro aufhielt, wurde mir aber erzählt, daß man doch nur auf 2V2 Pfund rechnen könnte. Anfang 1907 war mir vom Kilimandjaro nur das Vorhandensein von 5 Pflanzungen mit zusammen 71000 Bäumen bekannt.

Ich hörte, daß auch bei Nairobi in Britisch-Ostafrika die Kaffeebäume eine sehr viel größere Ernte als in Usambara geben sollen. Man sprach von 3 Pfund bei vierjährigen Bäumen. Soweit ich weiß, sind auch in jenen.Gegenden vulkanische Deckschichten vorhanden. Aber die Kleinheit der Pflanzungen scheint auch bei Nairobi auf die Erträge günstig einzuwirken.

a. Wilder Kaffee in Ostafrika.

Ich erwähnte, daß C offen am bi ca sich in den Wäldern von Südabessinien wild vorfindet. Dieselben scheinen dort härtere, dickere Blätter als die Kultur- Varietäten zu haben. Nach Fischer (Mehr Licht im dunklen Weltteil S. 19) wächst Kaffee auch am Naivasha See wild, im Berliner Herbarium sollen Exem­plare von Ligajo sein, die der Kulturart sehr nahe stehen. Cameron fand C off ca westlich von Nyangwe im Kongogebiet. Bei den Waregga westlich vom Albert Edward See soll der Kaffee nach Last kabumba genannt werden, ich vermute, daß es sich in beiden letzteren Fällen nicht um C. arabica sondern