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für Pennisetum, für die Wamakuwa muhadu, und für die Wanyamwezi huwclc. Meines Wissens wird er nur hier und da an der Küste gebaut und ist offenbar eine neue Einführung durch die Araber, wohl erst nach der Festsetzung der Mascatleute, also nicht viel über hundert Jahre alt.
Er wird ebenso wie der andere Hirse von den Arabern duchn, von den Persern arzun, aber auch gal, genannt.
Der Kolbenhirse ist eine der ältesten Kulturpflanzen, er war vor Tausenden von Jahren in China, Japan und Indien bekannt und gelangte wohl auf dem Wege über Rußland nach dem Norden, wo wir die Körner in den schweizer Pfahlbauten finden. Die wilde Stammform soll Pani cum viride L. sein, eine sehr verbreitete Unkrautpflanze. Wahrscheinlich wird die Urheimat der Kultur in Süd-Asien gewesen sein. Außer in China und Japan wird er in Indien, Ceylon, dem Sunda Archipel, Vorder-Asien usw. bis nach Amerika gebaut. Die Kultur spielte im Altertum in Mittel- und Nord-Europa eine große Rolle, ist jetzt aber meist durch andere Getreide verdrängt.
19. Triticum sativum L.
Der Weizen spielt in Ost-Afrika eine so geringe Rolle, daß ich ihn nur kurz berühren will. Der Swahili-Name ist allgemein ngano, was wohl sicher aus dem portugiesischen Wort für Korn grao grano, abzuleiten ist, in Lamu soll man angeblich noch den Ausdruck nafaka haben. Auf Arabisch wird der Weizen berr, bur, Junta)', in Algier gucmah, auf persisch gandum, im Sanscrit godhuma, saman, im indischen gehun, giun, kunak, gam, auf Amhari sindi, ssendie, saüedc, auf Trigrinja senrai, arras, bei den Saho ssira genannt. Die Kultur des Weizens ist wohl älter als die ältesten bekannten Sprachfamilien, als die ältesten Monumente, sie ist wohl den urältesten Bewohnern des Euphrat- und Tigris-Landes, den Summerern zu verdanken. Wilden Weizen (T. speltum) kennt man durch Kotschy aus dem Hermon, er ist neuerdings nach einer Notiz von Schweinfurth in derselben Gegend wiedergefunden. Man nimmt an, daß er identisch mit dem kussemcth der Bibel ist. Der Weizen und die Pflugkultur sind untrennbar, wohin der W'eizen kam, gelangte auch der Pflug. Beides wurde der Landwirtschaft der Afrikaner nicht beschert, die sich in Bahnen entwickelte, die von denen der Kulturvölker diametral verschieden sind. Nur Abessinien und Ägypten sowie Nord-Afrika nahmen beides an, wohl durch Einfluß der Semiten, die beides ja auch erfunden haben. Aus Abessinien sind von Körnicke neun verschiedene Weizensorten beschrieben, teils mit besonderen Namen. Allein dieser Umstand sollte genügen, die fremdländische Kultur von Abessinien zu erweisen, die bekanntlich aus Südarabien stammt. Eine der Varietäten, (E. arrasscita Höchst.) von Abessinien fand Hildebrandt in Ost-Afrika, leider ist mir nicht bekannt wo. Sie wurde als Var. Hildebrandtii von Körnicke beschrieben.
In den arabischen Ansiedlungen in Tabora, Karagwe usw. wird in Ost-Afrika als Delikatesse von den Arabern etwas Weizen gebaut, aber nicht als Pflugkultur,