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Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
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angepflanzt, aber das Vieh wollte es weniger gern nehmen als das weichere »Bermuda-Gras«. Die Kultur ist deshalb hier zu Gunsten des letztgenannten Futtergrases aufgegeben.

13. Panicum sanguinale L.

ist ebenfalls fast cosmopolitisch und wächst wild in Ost-Afrika. In Süd-Amerika wird es als Brab-Gras (von portugiesisch brab für wild) zu Futterzwecken gebaut. Bei uns wird ihm noch keine Beachtung geschenkt.

14. Panicum miliaceum L.

Der Hirse ist eine der wichtigsten und urältesten Getreidearten, die schon 2800 v. Chr. in China gebaut wurde. Wo die ursprüngliche Heimat ist, weiß man nicht, es wird aber Süd- oder Mittelasien sein. In der ältesten Zeit kam der Hirse nach Europa, wahrscheinlich über Rußland, in den alten Pfahlbauten finden wir Reste davon. Jetzt wird er in China, Japan, Indien, Persien, Mongolei, bei den Kirgisen in Rußland, in West- und Südeuropa angebaut. Doch nimmt seit dem Mittelalter die Kultur des Hirse ab. In Arabien heißt er duchn oder kosjaejb, in Persien arzan. Es ist eigenartig, daß dies Getreide sich trotz der vielen Verbindungen von Arabien und Indien sowie Persien in Ost-Afrika gar nicht eingeführt hat, ebensowenig wie die andere ganz nahe verwandte, in Indien gebaute Art P. miliare Lam.

In Indien wird der Hirse chenna, china, sawa, sama , auf Sanscrit unu, china, die kleinere Art P. miliare in Indien kungu, guntli, kutki, mijhri genannt.

15. Panicum sp.

Unter dem Namen lugombc wird in der Landschaft Ukhwere bei Baga- moyo die Saat einer wild wachsenden, noch nicht näher bestimmten Grasart der Gattung Panicum bei Nahrungsmangel gesammelt und zu Mehl verarbeitet.

16. Pennisetum americanum (L) K. Schum.

(Siehe Verbreitungskarte.)

(P. spicatum L. Kcke., P. typ hoideum Rick., Penicillaria spicata Willd). Der Negerhirse. Eine 13 und mehr Meter hohe Grasart, an deren Spitze ein walzenförmiger Kolben, der bis 30 cm lang werden kann, die Körner trägt. Die meisten Reisenden, die in unserem Gebiet im Inneren gereist haben, werden dies Korn kennen, das an der Küste selten gebaut wird. Die Körner selbst sind klein und rauchbraun von Farbe. In Afrika ist dies Korn von Tunis an bis nach Natal und dem Ovamboland verbreitet, sonst findet es sich meines Wissens nur noch in Indien und Südwest-Arabien, sowie als ein Überbleibsel aus der Araberzeit in Spanien.

P. Leeke hat neuerdings (1907) nachgewiesen, daß diese Kulturart polyphy- letisch ist, daß also mehrere wilde Pennisetiim- Arten sie bildeten, und zwar seiner Meinung nach: P. Gymnothrix A. Br. (K. Sch.), P. Perrottetti (Klotsch,