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Die Haussklaverei in Ostafrika : geschichtlich und politisch dargestellt / von Fritz Weidner
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III. Beurteilung der Vertragspolitik.

Die Aufzählung der Ereignisse in der Zeit der Vertragspolitik hat uns gezeigt, daß die Verträge, die dem Sultan von Zanzibar sowie den anderen Machthabern am Indischen Ozean abgenötigt wurden, und die auf ihnen fußende Überwachung des Skavenhandels durch die englischen Kreuzer nur geringen praktischen Erfolg gehabt haben. Das beweisen ins­besondere die oben angeführten Handelsziffern; 1873 war der Umsatz drei­mal so groß als 20 Jahre früher 1 ). Der Sklavenhandel hat seinen Höhe­punkt von den 50er bis zu den 80er Jahren erlebt, in derZeit, wo er bereits ganz verboten war. Die Verträge waren also in dieser Hinsicht wertloses Papier 2 ). Guillain 3 ) zollt den Engländern zwar Lob, das ist aber wohl mehr ihrem Eifer als ihren Erfolgen gespendet, denn damals (1849) fehlten noch die nötigen zahlenmäßigen Unterlagen für eine objektive Beurteilung der Verhältnisse. Der einzige Wert der Verträge bestand darin, daß das kriegerische Vorgehen der englischen Kreuzer legalisiert wurde. Wurde bei dem Überseehandel mit Menschen wenigstens ein kleiner Bruchteil von Zuwiderhandelnden abgefangen, so waren die beiden Verordnungen von 1876 über Transport von Sklaven auf dem Festland vollkommen zwecklos. Wie wenig man 1873 die Verhältnisse beurteilen konnte, geht daraus hervor, daß man schon nach einigen Mo­naten den Rückzug antreten und alle Schiffe freigeben mußte, die Sklaven als Dienerschaft oder Besatzung mitführten.

Versucht man die Gründe festzustellen, die für den verhältnismäßig geringen Erfolg verantwortlich zu machen sind, so muß man die inneren technischen Schwierigkeiten von den historischen unterscheiden.

Mit einer verhältnismäßig geringen Zahl von Fahrzeugen sollte der gesamte Verkehr von Afrika nach den ihm vorgelagerten Inseln und Asien kontrolliert werden. Allzu nahe konnten diese sich der Küste wegen der Untiefen nicht nähern. Auf hoher See und bei Nacht war die Gefahr des Entschlüpfens groß. Wirkte der Umstand, daß die Sklavenfahrer regelmäßig zu bestimmten Zeiten in größerer Zahl nach Norden segelten, zugunsten der Tätigkeit der Polizeischiffe, so sank die Wahrscheinlichkeit, alle Dhaus zu fangen, aus dem Grunde wieder, weil mit Hilfe der Schiffs­boote nur etwa 34 zu gleicher Zeit angehalten werden konnten. Die anderen hatten inzwischen Zeit, das Weite zu suchen.

9 Sulivan S. 4.

2 ) Colomb S. 445, 455/6; OSullivan, Ber. v. 30. V. 1896, Doc. 1896 S. 230.

3 ) Guillain II, 1 S. 52