Der Sklavenhandel.
A. Ältere Geschichte und Verfahren.
I. Geschichte.
I. Geschichte des Sklavenhandels über den Indischen Ozean bis zum Eingreifen der Europäer (3. Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts).
Daß der Winkel des Indischen Ozeans zwischen Afrika und Asien von altersher ein Markt für Sklaven gewesen ist, beweisen alte Urkunden. Die Puntfahrten der Ägypter (2000 — 1050 v. Chr.) brachten Elfenbein und Sklaven nach dem Norden aus Gegenden, die Stuhlmann allerdings nördlich des Kap Guardafui annimmt 1 ). Die nördlichen Häfen des heutigen Somalilandes waren nach dem Periplus (67—56 v. Chr.) 2 ) Sklavenhandelsplätze, die zum Teil auch von der Ostküste Afrikas versorgt sein sollen 3 ).
Aus dem Mittelalter sind die Nachrichten genauer. So erwähnt eine in Kilwa aufgefundene aus dem 8. Jahrhundert stammende Chronik, daß um 750 n. Chr. in Mossul 4000 Sklaven aus „Zendj“ gewesen seien. Freilich bemerkt hierzu Stuhlmann 4 ), daß „Zendj“, ein Ausdruck, mit dem Land und Bewohner bezeichnet werden, auch Anwohner des Roten Meeres gewesen sein können. Handelsstationen der Araber bzw.
*) Stuhlmann, Kulturgeschichte S. 838/39.
a ) Vielleicht auch später: Guillain I S. 8if.; französischer Text ebenda
S. 881.