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3. Britisch-Ostafrika.
In Br. O. A. muß man hinsichtlich der Verbreitung der Sklaverei ebenso wie in D. O. A. das Küstengebiet von dem Binnenland unterscheiden. Im Binnenland — es handelt sich dort ganz vorwiegend um die Vieh züchtenden hamitischen Massai — soll Sklaverei überhaupt nicht Vorkommen 1 ), außer bei den im Norden wohnenden Somali 2 ). Die Zahl der Sklaven an der Küste wird als beträchtlich angenommen, weniger in der Gegend von Mombasa, als im Norden bei Lamu und Malindi, wo viele große Sklavenherren ihre Besitzungen haben 3 ). Eine Schätzung des englischen Missionars Pigott geht auf 70% der etwa 200000 Köpfe betragenden Bevölkerung, also 140ooo 4 ). Mombasa hatte schon in den 40 er Jahren bei 6000 Einwohnern % Sklaven 5 ).
II. Personenstand.
Hinsichtlich des Personenstandes ist den Berichten zu entnehmen, daß im allgemeinen die weiblichen Sklaven überwiegen. Vor allem im arabischen Kulturgebiet (Daressalam, Kilwa); aber auch im Innern (Kilimatinde) und besonders in den großen Despotien Uhehe und Bukoba. Allerdings ist das Verhältnis gelegentlich auch anders (Tanga, Rufiyi), wenn auch kein starkes Mißverhältnis zwischen der Zahl der Männer und Frauen besteht. Im Moschibezirk kamen nur Männer in die Schuldsklaverei.
Tabora 70000—240000 und mehr
Lindi 25000— 50—100000
Kilwa 14000—40— 50000,
daß die Gesamtziffer der neuesten Schätzung eher zu niedrig als zu hoch gegriffen erscheint; man darf dabei allerdings auch nicht übersehen, daß sich in den 13/14 Jahren, die zwischen den beiden Aufnahmezeitpunkten liegen, insbesondere seit der Aufhebung der Vererblichkeit des Sklavenverhältnisses 1905, die Zahl der Sklaven auf natürliche Weise stark vermindert hat.
Im übrigen bestätigen die Zahlen das Bild, das wir eben von der Verbreitung der Sklaverei in D. O. A. entworfen haben.
*) Ber. d. Kommissars v. Br. O. A. v. 18. IV. 1903, Doc. 1903 S. 158.
*) Ber. Br. O. A. 1910/n, Doc. 1911 S. 374.
3 ) wie 1); Eliot, East Africa S. 236.
4 ) Ber. v. 1. VIII. 1895, Doc. 1896 S. 161.
E ) Guillain II, 2 S. 239.