zukehren 1 ). Als die schlechtesten Herren gelten die Beludschen und die Schihiri-Araber aus dem Süden Arabiens.
II. Binnenlandsvölker.
Wird die Lage der Sklaven bei der Küstenbevölkerung durch den Umstand beeinflußt, daß der Koran selbst eine gute Behandlung der Unfreien empfiehlt, so ist bei den Negervölkem zu bedenken, daß ein solches ethisches Korrektiv nicht vorhanden ist. Das Leben eines Sklaven wird eben so niedrig bewertet, wie das von Freien durch die despotischen Herrscher. Die Sklaverei ist im tiefen Innern unter den reinen Bantuvölkern, insbesondere im Kongobecken — nicht im Zwischenseengebiet —, allgemein sehr grausam gewesen; soweit D. O. A. in Betracht kommt, in den Ländern in der Nähe des Tanganika, z. B. Ukonongo und bei den Wabende.
Mit der Errichtung der europäischen Herrschaft haben sich aber die Verhältnisse selbstverständlich außerordentlich gebessert. Eine größere Anzahl aus dem Jahre 1900/1 stammender Urteile erschöpfen sich alle in den Ausdrücken: Behandlung gut, sehr gut, oder auch günstig 2 ); Sklaverei milde, sehr leicht, sehr gemütlich, denkbar günstig 3 ), durchaus nicht schlecht 4 ). Bei den Völkerschaften nahe der Küste, den Wakonde, Washambaa, Wabondei, liegen die Verhältnisse besonders günstig; für Tabora wird jede schlechte Behandlung, etwa durch Peitschenhiebe, bestritten. Dabei wird allerdings auch hervorgehoben, daß gelegentlich Mißhandlungen und Bedrückungen vorgekommen seien.
G. Die Sklaven nach Zahl, Geschlecht und Stammeszugehörigkeit.
I. Räumliche Verbreitung.
Die Verbreitung der Sklaverei bei den verschiedenen Völkerschaften läßt sich nur durch ganz vage Schätzungen angeben, denn ehe wir einmal in den Besitz einer Personenstandsaufnahme sein werden, die darüber
*) Reinhardt, Maskat S. 571.
2 ) Merker, Wadschagga S. 21.
3 ) Herrmann für Bukoba, Doc. 1893 S. 13h
4 ) Weule, Ergebnisse S. 56.