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er selbst mit einer Liebhabergesellschaft in Laibach zur 'Aufführung brachte. Erst seit dem Beginne einer gesteigerten literarischen Tätigkeit war es möglich daran zu deuten, die slowenische Sprache in Schule uud "Amt in ausgedehnterem Maße zu verwenden. Diese Forderung wurde im Jahre 1848 von dem verstärkten krainischen Ständelandtage zum erstenmal erhoben, der trotz seiner überwiegend deutschen Mehrheit selbstlos für die slowenischen Wünsche eintrat. Angeachtet der in diesem Jahre entstandeneu slowenisch-nationalen Bewegung wurdeu jedoch im Mai 1848 als Vertreter des Landes Krain, das seit dem Wiener Kongreß dem Deutschen Bunde augehörte, drei Deutsche, unter ihnen der in Laibach geborene Dichter Anastasius Grün ("Anton Graf Auersperg) ins Frankfurter Parlament entsandt.
Literatur: August Dimilü beschichte Krains, Verlag Ign. v. Kleininaycr und Fed. Bamverg, Laibach I87«i, Dr. Karel O'laser - ^Mäovirm slovensk^-a slovstvz, Verlag LlovensKu ^stic-», Laidack 1894. Dr. Alfred Fisckel: Materialien zur Sprachensrage in Österreich, Vorlag Friedrich Irrgang, Vrünn 1902. Ludwig Iahne: Völkischer Reiseführer durch Südssterrcich, Verlag Ioiim.n <xn,n, Klagcnfuvl 1914. v, Radics: Johann V^eilgard Freiherr v. Vawasor, Verlag der Krainischen Sparkasse in Laivaed 19li>. Dr. Alfred Nischel: ?as vsterreich>st!'e Sprachenrecht, Verlag Friedrich Irrgang, T^riin» 19>l>.
I«. Die sprachlichen und politischen Verhältnisse seit dem Jahre 1867. Die deutsche Stellung vor dem Ausammenbruche Österreichs.
Erst seit dem Jahre 1867 galt für die staatlichen Behörden der Grundsatz, daß slowenische Eingaben in slowenischer Sprache zu erledigen sind, während vorher als Amtssprache ausschließlich das Deutsche im Gebrauch stand. Ebenso mußten alle Vorladungen und Zuschriften au die Parteien in der von diesen gebrauchten Sprache gerichtet werden. Es herrschte somit im Parteienverkehr im Sinne des Artikels XIX des ^iaatsgruudgesetzes über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger volle Gleichberechtigung, während im inneren Dienste bei allen staatlichen Behörden die deutsche Sprache als Amts spräche verwendet wurde. Nichts keuuzeichnet mehr die Entwicklung der politischen Verhältnisse uud der Stellung des Deutschtums in diesem Lande als die Tatsache, daß seit dem Begiuue des österreichischen Berfassungslebens bis in die achtziger Jahre der Krämer Landtag eine deutsche Mehrheit besaß.
Auch auf dem Gebiete des Schulweseus hatte» die Sloweueu iu K^rain keinen Anlaß zu Beschwerden. Die meisten Bolksschulen waren seit der Mitte des 19. Jahrhunderts fortschreitend slowenisiert worden. Die deutsche Sprache wurde nur an vier- oder mehrklassigen Volksschulen von der dritten Klasse an als obligater Gegenstand unterrichtet. Deutsche öffentliche Volksschulen bestanden nur im deutschen Gottscheer Gebiet und iu Weißenfels. Als Miuderheits-