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Bd. 1 (1902) Verfassung, Stammbäume und Überlieferungen
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E ono Iota inanava, 'a e tnpu Iota loto. Savai'i raa Tutuila, Upolu ma Manono ma Apolima,

E fa'amamao ani ota äiga.

Na fatu'ulu se fa'amana'o 1 ;

E malili 'oti ma sala e manu gata i ava,

'Ulu i Inga e le 'o'otia,

Taolalo 'ua lata, 'ua lata ae pili le asa- mogana 3 ! ö!

Mich schmerzt der Leib, und unter dem Herzen schwillt es. Savai'i und Tutuila, Upolu und Manono und Apolima,

Weit entfernt sind meine Familien.

Mein Schmerz wächst und mein Heimweh;

Es fallen die unreifen Brotfrüchte beim Pflücken, und die Vögel stossen nach ihnen vor dem Riffeinlass 2 . Die obersten Brotfrüchte werden nicht gepflückt,

Die niedersten Früchte frisst die zahme, die zahme

Eidechse! ö!

19. Pili 4 .

'0 Pili igoa lasi lenei: 'o Pilitavave, 'o Piliuli, 'o Piiipa'ü, 'o Pilitaimatagi.

Na alu ifo i le lagi. Ona taunu'u lea i Lefagä. Ona nofo ai lea i le vai 'o Puna- foffoa; 'a e alu a'e Sina e ta'ele, 'o nofo ai i le ana o le vai. Ona tagovale lea 'o si mea ite 5 6 i le tamaita'i, 'ua lavea le teine e le apevai® o le Pili. Ona sola ai lea, 'a e tuliloa atu e le Pili.

E i ai la laua tagi lena i le ma lana pese lenei:

Der Pili hat viele Namen: Pilitavave, Piliuli und Piiipa'ü und Pilitaimatagi.

Er kam herunter vom Himmel und langte in Le­fagä an. Er setzte sich in das Badwasser Punafofoa; als Sina darauf baden ging, sass er in einer Höhle im Wasser. Da griff er unverschämt nach der Schani der Jungfrau, und das Mädchen wurde von dem Schwanz des Pili getroffen. Sie lief davon, aber Pili jagte ihr nach.

Hier ist ihr Klagen und dieses sein Lied (eigene Übersetzung):

Si pate, ä ite tautala, flasili,

Se'i vave ane, lau to'a malama i le ligi 'A e täna mate atu i lau si titi.

Tali:

E te vanivani 7 fua, 'ua sameme 'ou lalo, Alofa ma talia, funa, siota mana'o 8 .

Du Mädchen, du bist vorlaut, du willst hoch hinaus, Rasch, mach zu, dein Blut leuchtet, niederrinnend, Du bist unter deinem titi zu Tode getroffen.

Refrain:

Du redest umsonst, ich bin unten traurig,

Meine Liebe und mein Sehnen, Mädchen, befriedige es.

1 fa'amana'o eigentlichBegehren; sie möchte ihrer Schwangerschaft halber und weil sie mit Sagatea zerfallen ist, zu ihrer Familie zurück.

2 So gemeint, dass mit den reifen beim Pflücken auch die unreifen abfallen, die ins Meer geworfen werden, taolalo wohl die abgefallenen reifen Früchte.

3 asamoum ungekochte Nahrung bitten, Pratt. Vergleich: Pie jungen, guten, hohen Mädchen sind begehrt und man mühte sich um sie, die alten, überreifen, niederen Mädchen müssen sich alles gefallen lassen.

4 Siehe die Aana-Geschichte von Pili p. 26. Die Inkarnation des Tili könnte man den folgenden Gesang nennen.

Pilidie Eidechse, von denen eine schwarze, grosse Art von den Samoanern mit einer gewissen Scheu betrachtet wird,

v. Biilow giebt an, dass der Name des Gottes oder vielmehr Halbgottes auf seine Tiergestalt hinweise, was an und für sich nicht weiter wunderbar ist, da Inkarnationen in Samoa ehedem sehr häufig waren, wie besonders aus Turners Buch p. 44 zu ersehen ist (siehe auch die Geschichte des Seeaals vonOfu 23 und Savea Si'uleo 11 Zeile 180). Zu erwägen bleibt auch noch, dass die Eidechse im Samoanischen auch mo'o zur Unterscheidung von Pili, und die Muräne neben pusi auch noch toe heisst (siehe Pratt). toke heisst aber im übrigen Polynesien ein Erdwurm (Tregear) und im Malayischen Eidechse! (Pratt). Abbildungen von Eidechsen habe ich (wie v. Biilow) von Samoa noch nicht gesehen; doch sagte mir Herr Generalkonsul Rose, dass er ein Schnitzwerk, das eine Eidechse darstellte, an einem Hausfirstbalken in Lefagä auf Upolu gesehen habe. (Erklärung Turner p. 44.) Über Piiipa'ü, der Pili, der nach Manu'a sich herabfallen liess, weil ihn sein Vater Tagaloa seines schlechten Lebenswandels halber schlagen wollte, siehe Stuebel p. 6t). Nach Turner hiesse Pili nicht Eidechse, sondernverwickelt, im Netz nämlich, das Tagaloa herunterliess, um Iilis Mutter, die in einer Höhle den Sega hütete, Sinaleana, zu fangen. (Siehe 4 am Schluss.)

5 ite, obseön, nur Manu'a; tamaite ein Jüngling, der den Mädchen nachstellt, tamaita'i hier für taupou.

6 apevai heisst der Schwanz des Flussaals, des tuna. Man könnte annehmen, dass es sich hier um eine Eidechse

und nicht um einen Aal handelt, denn es heisst ja hier, dass Pilider flüchtenden Sina nachjagte, aber dies wäre kein

Grund, denn in der Stuebel'schen Geschichte p. 67Sina und der Aal folgt der Aal dem Mädchen, nachdem er sie ent­

ehrt hatte, auf dem Lande nach; auch ist in dem folgenden Gesang mehrfach von einem ia, Fisch, die Rede. Vergl. auch Reinecke No. 5 und Turner p. 243.

7 vanivani = vanevane plaudern.

8 Hier ist der Handschrift aus Olosega beigefügt: 'ua le ofi le pese a le saua'i:Das Lied von dem wilden Manne geht hier nicht hinein, in das Heft nämlich, in dem die Lieder niedergeschrieben waren, weshalb das Lied hiermit abschloss.