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taume ma le tasi fa'ai'u 'o Tagaloa leo 'ava, anä lä le feaga'i ma le 'ava, Ona fa'a- pea lea le 'upu a Tagaloaui: Se tama 'o Leo'ava e leaga, 'ua na tofotofo tagata, Ona aln lea 'o ia i le nn'u lea e igoa r o Lefagä; ona nofo tuinan ai lea ia, o'o 'ina maliu ai 'o ia.
erhielt er den Namen Tagaloa moe i taume, und der andere Name Tagaloa leo 'ava 1 kam daher, weil er gegenüber den Kawapflanzen wohnte. Folgende Worte sprach Tagaloaui: Der Mensch Leo'ava ist schlecht, weil er die Menschen zum besten hält. Darauf ging er nach dem Orte mit Namen Lefagä 2 , dort lebte er fortan, bis er eines Tages starb.
Bei Pratt-Fraser No. 2 p. 98 heisst es: Aui fing die Meeresprinzessin Sina, als sie zum Baden im Süsswasser an Land kam und diese wurde die Mutter von Dämonen und Menschen. Sina ist Sinasa'umani (siehe 11). Aber auch von Sasa'umani heisst es ähnlich, dass sie Dämonen und Menschen geboren habe (siehe 7). Tagaloaaui nämlich kam zu La'e (Pratt-Fraser p. 106) und in Maiä traf er Taafanua, in Tuamaalo den Malu und den Tuitalau in Sualoa. Als sie zusammen auf der Plattform sassen, hörten sie von unten starkes Kufen, und als Tagaloa fragte, was dies sei, antworteten die andern: Sie bringen Sina, die Tochter der Sa'nmani, eben zum Baden an Land, aus der grossen Höhle. Tagaloa begehrte nach dem Mädchen und sie beschlossen nun, sie mit einem Netz, das sie an Farnkräuter vor die Höhle spannten, zu fangen, ein Netz mit den Maschen so gross, dass gerade nur der Kopf des Mädchens hindurchging. Tagaloa stand ferne und machte solch eine Wolke, dass die jungen Leute, die Sina brachten, dachten es regne und deshalb Schutz suchten, während Sina allein baden ging, sich im Netz fing und so die Frau des Tagaloa wurde. Sie gebar Taeotagaloa und Lefanoga. Tagaloaaui aber ging stets zu den fono im Himmel und erhielt deshalb den Namen Lefo- lasa, der Prophet. Er erhielt den ao (supreme power), das Fale'ula und den fono. Er gab den ao dann dem Taeotagaloa, welcher der erste Tuimanu'a auf Erden wurde.
5. Der Gesang von Luaui und Luama'a 3 (O le solo a Luaui ma Luama'a).
Segisegi 4 , 'ua tafa mai ata,
Le fafine 'o Luaui ma Luama'a, Na usu pogipogi a'e si ala malaga E i luga le fetau 5 6 ma fasa,
5 E tu'u i ai taulaga.
Das Zwielicht kommt, die Morgendämmerung, Die Frau Luaui und Luama'a Brachen im Zwielicht auf und wandelten Hinauf zum fetau und fasabaum,
Um dort den Nahrungstribut 0 niederzulegen.
Le Lä a'e i maliu ifo, se'i tatou taumafa! U i, e Iota fiainu 'ava,
Na 'ava o le tagata magafa 7 ,
(Ui:) Sonne, komm herab, lass uns zusammen speisen. (Lä:) „Ui, ich will Kawa trinken!“
(Ui:) „Die Kawa ist von kräftigen Leuten gepflanzt,
1 leo ‘ava der Kawawächter.
2 Lefagä liegt an der Steilküste zwischen Taü und dem Wohnort des Tagaloa auf Erden (siehe Fitiuta b. A. Anh. 3 p. 382 und 392). Tagaloani ging also von Säua über Usoali'i und Maeä nach Lefagä, wo er blieb. Über die Heirat des Tagaloaui. der vielleicht mit ‘Alo'alo identisch ist, siehe 8 und 11.
3 Per Gesang findet sich aufgeführt bei Pratt-Fraser No. 3 p. (123 und) 125. Luaui und (ihr Bruder) Luama'a sind danach Kinder von Fiso und Ufi, nach Powell-Fraser No. 5 p. 287 von Lufaigä. Siehe 4 Anfang, 6, 7, 11 Solo Zeile 4. Vergl. endlich Turner p. 201 u. 202 und II. a. 1 p. 8. Dieser Gesang gehört zu Anfang von 4 eingeschaltet. Nach Pratt-Fraser, der die Conception der Ui nicht erwähnt, nur angiebt. dass die Sonne aus Freude über die Lieblichkeit der Ui versprochen habe, die Menschenmahlzeiten aufzugeben, verliessen Fiso und Ufi mit Luama'a die Insel, Lnaui und eine andere Schwester von ihr, Ala, gingen nach Rurutu, wo sie dem Li'i die panea stahlen, als er im Itiffeinlass Eutala auf den Wogen glitt. (Für Li'i wird auch Nimoa'i und Lavea'i genannt.) Pie Eltern starben in Rurutu. Ui und Luama'a gelagten nach Fitiuta an einen Ort, der heute noch Luama'a (zwei Steine) genannt wird, und hier gebar Ui zwischen zwei Steinen (Ui und Luama'a). Die Geschwister starben, dem Kinde aber sandte Tagaloa den tuli und fuia zu Hilfe, ferner den miti und den uga (Krebs), der den Nabelstrang zerschnitt. Der Knabe hiess Tagaloaaui und heiratete Sinaasa- 'umani. Sie hatten G Kinder: Ta'eotagaloa, Lefanoga, Leie, Asiasiolagi, Moeu'uleapai und Sinatauata. — Sinaasa'umani sei die Tochter des Sa'umani, des Sohnes des Fe'emailalo und der Si'isi'imane'e (siehe 3. Zeile 38). Diese Angabe Po well’s (Pratt-Fraser No. 3 p. 128), stimmt nicht mit III. c. 2. überein, wo Sa'umani, der Pulele'i'ite, der Sohn der Sasa'umani, der Schwester von Sinasa'umani, ist (p. 108).
4 segisegi, ata, pogipogi heisst alles Zwielicht, Dämmerung.
5 fetau ist der Calophyllum, fasa der wilde l’andanits; unter diesen Bäumen wurden die Menschenopfer hingelegt.
6 Die Nahrung bestand diesmal aus Taro, Fisch, Geflügel und Kawa nebst Geräten.
7 tagata magafa nennt man starke, fleissige Leute, die die Pflanzung besorgen; der Sinn wohl ähnlich wie bei tinä manafa, siehe unten.
A. Krämer, Die Samoa-Inseln.
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