a. Fa'alupega von Manu'a.
Die fa'alupega von Manu'a ist zwar nur in geringem, aber doch deutlich von der der andern Inseln verschieden, vor allem dadurch, dass aualuma und 'aumaga hier auch ausgerufen werden. Ferner heisst die Gemeinschaft der Sprecher hier nicht faleupolu, sondern to'oto'o oder wohl auch taualuma. Über die Hoheitsattribute, die in Manu'a erheblich vom übrigen Samoa verschieden sind, siehe den Anhang 2 hinter der fa'alupega. Auch hier giebt es eine fa'alupega für die Gesamtheit, der drei Manu'a-Inseln, und zwar folgendermassen:
'O le ao tetele o Manu'a.
Tulouga le Manu'a . Gegriisst. das Manu'a
tulouga lau afioga Tuimanu'a, gegriisst deine Hoheit Tuimanu'a,
'o lo'o e atio i le Fale'ula der im Fale'ula wohnt
atio mai laia i ou epa ma lou faleto'a
aläla maia fa'atu'i
aläla mai 'oulua Y a i m a g a1 o,
mamaln mai 'outou to'oto'o o le Fale'ula mamalu mai 'oulua le M a n u 'a
Ehrfurcht vor jenen deinen Königsmatten und deinem Schlafhaus
Ehrerbietung vor den Stützen der Herrschaft
Ehrerbietung euch zweien Yai- magalo,
die ihr die Rednerstäbe des Fale'ula beschützt, die ihr zwei Manu'a beschützt
Die grossen Ehren von Manu'a.
Erklärung des Namens bei Turner p. 223 (siehe auch vorstehend!.
Ueber die Ehren und Pflichten des Tuimanu'a, des Königs von Manu'a, des einzigen Titels hier, siehe im Anhang. Ueber das Fale'ula, das in Taü, dem Hauptort steht, der Residenz des Königs, siehe b. A. Anhang 3 und 5. epa die Matten des Königs, auch die, auf denen er sitzt und schläft; faleto'a das Schlafhaus, das Wohnhaus, hinter dem Fale'ula gelegen; in ersterem hängt der Becher, ipu, des Tuimanu'a. es sind damit vier Häuptlinge gemeint: Tufele in Fitiuta, der Tuiolosega in Olosega, der Misa in 'Ofu und La'olagi in Silitai, sozusagen der Kronrat *. Vaimagalo „Siisswasser“ ist ein Ehrenname der beiden Häuptlinge Soatoa und Lefiti in Taü, die direkten Berater des Königs, worüber näheres im Anhang 3. to'oto’o Rednerstab, gleich Sprecher, tula- fale ; sie zusammen bilden das faietolu, worüber näheres bei Taü.
A. Tau (Insel).
Taü ist die Hauptinsel und also lautet auch der Hauptplatz im Westen dieser Insel, wo der Tuimanu'a residiert. Die Insel Taü stellt einen Vulkankegel mit breiter Spitze von ungefähr 750 m Höhe und ungefähr 25 km Umfang dar. Allenthalben steil aus dem Meere aufsteigend, finden sich nur an wenigen Stellen mässig grosse Saumriffe, so bei Taü, Faleasao, Fitiuta, von denen nur das erstere eine grössere Länge erreicht, Die Dorfsehaften liegen in kleinen Buchten, oder auch etwas auf der Höhe, aber stets nahe der Küste; die alten Inlanddürfer scheinen jetzt, alle verlassen zu sein. Die Zahl der Dörfer scheint folgende zu sein: Taü, Faleasao, (To'a), (Lefagä verlassen), Fitiuta, Sana, Pugapuga, Aufotu, Maefn, Laufuti (Fluss), Tafagafaga, Vaeü, Taisamasama, Solotagatä, Lavagia, Tapatoma, Foaga, Vailoloa, Aumalefata, Mutiesäia, Amouli, Afuli, Fagomalo, Faga, Da ich nur Taü, Faleasao und Fitiuta besuchen konnte, so kann ich nichts über deren Grösse und Bedeutung angeben; es scheint,, dass ein grosser Teil davon nicht Dorfsehaften, sondern nur Dorfteile oder gar Landstücke sind, wie z. B. Sana, welcher als östlichster, dem Passat am meisten ausgesetzter Platz auch des öftern Matasäua (von matafanua die Windseite) genannt wird (vergl. c. 1 Vers 20, und c. 18 Vers 6). Gegensatz hierzu ist das mulifanua auf Savai'i, nämlich Falealupo. Neben Sana stellt, übrigens Mutiesäia als matamatagi-Platz (vergl. c, 25). Über den Namen Taü findet sich näheres bei Powell-Pratt bei II.: Lefaleilelagi kam mit ihren Eltern Fa'agatanu'u und Fa'amalienu'u von Atafu nach Vaitele auf Taü geschwommen. Als sie ankamen fischte gerade Faia, der Sohn des Fe'e, und die Eltern sandten das Mädchen zu ihm, damit sie ihn heirate und die Eltern dadurch Nahrung bekämen (Kokosnüsse). Lefaleilelagi heiratete nun Faia, vergass aber die Eltern, die nun erzürnt nach 'Ofu schwammen. Lefale gebar nun Taü („leichter Schmerz“ bei der Niederkunft), Auapö (die Nacht erreichend), den
1 Vergl. das faleaana und faloatua p. 149 und 271.